21:57 11 Dezember 2017
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    Syrische Frauen in Jibreen bei Aleppo

    Videos angeblich verstörter Einwohner von Aleppo sind dreiste Lüge – Journalist

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    Politik
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    Der Korrespondent Pedro García Hernández von der Nachrichtenagentur „Prensa Latina“ befindet sich in Syrien und berichtet über die Lage vor Ort.

    „Die Syrien-Berichterstattung westlicher Medien ist ein beispielloser Betrug im globalen Maßstab. Das sage ich als jemand, der sich in Syrien befindet und alles mit eigenen Augen sieht“, so der kubanische Journalist.

    „Wir sehen die Lügen nicht nur in den Schlagzeilen der Zeitungen und auf Fernsehbildschirmen. Auch westliche Politiker sind dabei, die Lüge zu verbreiten – der Chef des französischen Außenministeriums zum Beispiel, der nicht müde wird, den syrischen Regierungstruppen Verletzungen der Waffenruhe vorzuwerfen. Die Wahrheit ist dagegen, dass gerade die Regierung Baschar Assads das größte Interesse an Frieden hat und dafür alle möglichen Anstrengungen unternimmt, auch mit Hilfe Russlands, das auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim ein Aussöhnungszentrum für die verfeindeten Konfliktparteien eingerichtet hat. Es sind die Terroristen, die für die ständigen Verletzungen der Feuerpausen verantwortlich sind“, sagt der Korrespondent deutlich.

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    „Die Informationskampagne gegen die syrische Regierung und Russland ist nur ein weiterer Beweis dafür, dass die USA und ihre – auch nahöstlichen – Verbündeten die Terroristen unterstützen. Gegenwärtig versuchen sie mit allen Kräften, ihre „Zöglinge“ in Aleppo zu retten. Das ist offensichtlich für alle, die hier sind“, sagt Hernández.

    „Die westlichen Schutzherren der Terroristen fürchten nämlich, diese Menschen könnten im Falle einer Niederlage viel Interessantes über die Rolle der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten im Syrien-Konflikt erzählen. Das können sie (USA und Verbündete – Anm. d. Red.) nicht zulassen. Denn dann werden sie eine Verbindung zu den Terroristen nicht mehr abstreiten können. Diese Menschen unterstützt der Westen derzeit. In ihrem Namen werden Videos aufgenommen, die das Internet überfluten“, erklärt der Experte.

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    „Und die Videos angeblich verstörter Einwohner von Aleppo, die wegen der Erfolge der syrischen Regierungstruppen in Panik sind – dazu kann ich nur sagen: Das ist erneut eine Lüge“, so der Berichterstatter. „Ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, wie die Menschen in den Teilen von Aleppo leben, die von den Assad-Truppen kontrolliert werden. In diesen Stadtteilen wird alles Mögliche unternommen, um die Menschen mit allem Notwendigen zu versorgen. In jenen Teilen von Aleppo, die in der Hand von Terroristen sind, herrschen hingegen unerträgliche Bedingungen: Den Menschen wurden Lebensmittel weggenommen, Schulen und Krankenhäuser wurden in Geschäfte für US-Waffen verwandelt.“

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    „Die Versuche, Russlands Vorgehen in Syrien zu dämonisieren, sind Teil der Desinformationskampagne. Russland ist in Syrien auf Bitten der Regierung dieses Landes – also auf legitimer Grundlage. Was die Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien und die Türkei dort tun, bleibt aber eine große Frage. Niemand hat sie dorthin gerufen. Sie verfolgen bloß ihre eigenen Interessen“, sagt er.

    „Genauso empören mich Informationen über die humanitäre Hilfe, die der Westen den Menschen in Syrien angeblich erweist. Wo ist diese Hilfe? Wovon reden sie nur? Die UN hat nicht ein einziges Hilfspäckchen nach Syrien geschickt – weder nach Aleppo noch nach Damaskus, nirgendwohin“, so Hernández.

    „Mitteilungen des Pentagons, laut denen Kämpfer in Palmyra in Besitz von Luftabwehrwaffen gelangt seien, sind eine Lüge. Ich war in Palmyra gewesen, bevor die Stadt wieder an die Terroristen fiel. Dort gab es gar keine Luftabwehrsysteme. Ich habe mit meinen eigenen Augen beobachtet, wie die syrische Armee Palmyra befreit hat. Deshalb schließe ich nicht aus, dass die Terroristen in Wirklichkeit mit solchen Systemen versorgt wurden. Sie haben ja schon Raketen, mit denen man Flugziele abschießen kann. Doch fragen sich westliche Medien nicht, woher sie sie bekommen“, erklärt der Journalist.

    „Westlichen Medien und Politikern, die über tote Kinder in Syrien Tränen vergießen, glaube ich kein Wort. Ich habe gesehen, wie im Zentrum von Damaskus eine von Terroristen abgefeuerte Rakete in ein Krankenhaus flog. Auch eine Schule wurde auf diese Weise zerstört. Dabei geht es um friedliche Stadtteile. Und was sagen die westlichen Medien dazu? Nichts! Schweigen! Wo waren ihre Tränen, als sie Libyen und den Irak bombardierten?“, fragt sich der Korrespondent.


    „Das Chaos in Syrien und im Nahen Osten hat für die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten zwei Vorteile“, erklärt der Experte. „Erstens: Die Region ist inzwischen ein lukrativer Waffenabsatzmarkt. Zweitens: Die Region ist reich an Erdöl.“

    Westliche Medien am Haken der Terroristen…
    © Sputnik/ Vitaliy Podvitskiy
    Westliche Medien am Haken der Terroristen…

    „Und zur jüngsten Abstimmung im UN-Sicherheitsrat, als Peking sich dem Veto Moskaus zur Aleppo-Resolution angeschlossen hat, kann ich nur sagen: Gott sei Dank gibt es im Sicherheitsrat Länder wie Russland und China. Sonst hätte Syrien längst das Schicksal Libyens ereilt“, resümiert der Korrespondent.

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    Tags:
    Berichterstattung, Terrorismus, Waffenruhe, Baschar al-Assad, Pedro García Hernández, Palmyra, USA, Russland, Aleppo, Syrien