19:58 12 Dezember 2019
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    Vom Zankapfel zur Zusammenarbeit: „Südkurilen-Ping-Pong“ muss aufhören - Putin

    © Sputnik / Ekaterina Chesnokova
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    Das historische Hin und Her mit Japan über das Schicksal der südlichen Kurilen-Inseln muss aufhören, die Seiten müssen zu einer endgültigen und langfristigen Regelung kommen, wie Russlands Präsident Wladimir Putin bei seinem Besuch in Tokio erklärte.

    „Unseres Erachtens muss dieses Geschichts-Ping-Pong zu den Territorien eingestellt werden und letztlich klar werden, dass die grundlegenden Interessen Japans und Russlands eine endgültige und langfristige Regelung erfordern, darum geht es“, erklärte Putin auf der Pressekonferenz im Anschluss an seine Gespräche mit Japans Premierminister Shinzo Abe.

    „Angesichts des besonderen Charakters der Beziehungen zwischen Japan und den Vereinigten Staaten, den Vertragsverpflichtungen im Rahmen des Sicherheitsabkommens zwischen den USA und Japan — Wie werden sich diese Beziehungen gestalten? Wir wissen es nicht. Wir wollen, dass unsere japanischen Kollegen und Freunde alle diese Feinheiten und alle Besorgnis der russischen Seite berücksichtigen“, so der russische Staatschef.

    Allerdings sei eine endgültige Regelung und der Abschluss eines Friedensvertrages zwischen Russland und Japan nicht mit einem Mal zu erzielen.

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    „Es wäre naiv zu glauben, dass wir das in einem Augenblick regeln können, aber man muss zweifellos eine Lösung suchen, die die Völker beider Länder akzeptieren können“, so Putin. Das Fehlen eines Friedensvertrages zwischen Moskau und Tokio sei nach wie vor ein „Anachronismus der Vergangenheit“.

    Japans Premierminister bezeichnete eine Regelung des Problems derweil als „aufrichtigen Wunsch“. „Wir konnten dieses Bestreben offen zum Ausdruck bringen, von einer Regelung zu sprechen, ist bislang aber verfrüht, es steht ein schwerer Weg bevor. Wenn wir es in 71 Jahren nicht lösen konnten, werden wir es auch jetzt nicht schnell, im Laufe von ein oder zwei Verhandlungsrunden, tun können. Aber wir müssen die Perspektive zur Lösung dieser Frage abstecken“, sagte Abe.

    „Wenn wir richtige Schritte in Richtung eines Planes unternehmen, den der Premierminister vorgeschlagen hat – und er hat die Schaffung einer speziellen Struktur zur Wirtschaftstätigkeit auf den Inseln, den Abschluss einer Regierungsvereinbarung, die Erarbeitung eines Mechanismus zum Zusammenwirken vorgeschlagen – so können wir auf dieser Basis Bedingungen schaffen, die es uns erlauben würden, eine endgültige Entscheidung hinsichtlich des Friedensvertrages zu erzielen“, ergänzte Putin.

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    Dabei sollten nicht nur Wirtschaftsbeziehungen angebahnt werden, die „den Friedensvertrag in den Hintergrund stellen“. Laut dem russischen Staatschef „ist der Abschluss eines Friedensvertrages die Hauptsache, denn das schafft Bedingungen für ein langfristiges Zusammenwirken“ – in mittel- und langfristiger Perspektive.

    „Japan hat 70 Jahre ohne tiefgreifende Zusammenarbeit mit Russland gelebt, und wir auch. Können wir so weiterleben? Wir könnten es. Aber wäre das richtig? Nein, es wäre falsch“, so Putin und erläuterte: „Wenn wir die Anstrengungen vereinen, wird die Konkurrenzfähigkeit unserer Länder und Volkswirtschaften um eine Mehrfaches wachsen“.

    Letztlich sollte auch ein freier Grenzverkehr für die Bewohner des Gebietes Sachalin und der japanischen Insel Hokkaido eingerichtet werden. Wie der russische Staatschef sagte, sei bei dem Treffen auch die Möglichkeit eines visafreien Besuchs für Bürger Japans erörtert worden, wenn ehemalige Bewohner der Südkurilen-Inseln die Gräber ihrer Vorfahren aufsuchen wollen.

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    Tags:
    Wladimir Putin, USA, Kurilen, Japan, Russland