21:54 27 November 2020
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    US-Präsident Barack Obama sollte sich als Erster beim Ex-Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, entschuldigen, sagte Russlands Außenamtssprecherin am Freitag in einem Kommentar zu Obamas Worten, dass die Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten unzulässig sei.

    Im Interview mit dem amerikanischen TV-Sender hatte der scheidende Präsident zuvor betont, dass es notwendig sei, „Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Regierung eines beliebigen fremden Landes auf die Objektivität von Wahlen Einfluss zu nehmen versucht“, womit er auf die angeblich von Russland organisierten Hacker-Angriffe auf die Server der US-Demokraten anspielte.

    „Vielleicht wird er da auch gleich Janukowitsch um Vergebung bitten?“, merkte Sacharowa auf ihrem Facebook-Account an, nachdem sie Obamas Worte zitierte hatte.

    Der Ex-Premier der Ukraine, Nikolai Asarow, hatte am Freitag vor einem Gericht in Moskau die USA als den „Kuratoren“ des Staatsstreichs in Kiew im Februar 2014 bezeichnet, bei dem Präsident Janukowitsch entmachtet worden war. Asarow erinnerte dabei an ein Telefonat der im US-Außenministerium für Europa zuständigen Staatssekretärin Victoria Nuland mit dem amerikanischen Botschafter in Kiew, Geoffrey Pyatt, dessen Aufzeichnung in jenen Tagen des Jahres 2014 ins Internet gelangt war. Die amerikanischen Beamten erörterten darin offen die personelle Zusammensetzung der künftigen ukrainischen Regierung, die einen Kandidaten kritisierend und andere billigend.

    Meht zum Thema: USA organisierten Umsturz in Kiew als Reaktion auf Russlands Syrien-Politik

    Im russischen Außenministerium hieß es Mitte Februar 2014, dass die USA unter dem Deckmantel ihrer Aufrufe, die freie Wahl des Volkes der Ukraine nicht zu behindern, in Wirklichkeit versucht hätten, ihr den „westlichen Entwicklungsvektor“ als „einzig richtigen“ aufzudrängen, und den Behörden des souveränen Landes diktiert hätten, wie und was sie tun sollten. In Moskau charakterisierte man das als „Marionettenspielerei“.

    Im September dieses Jahres hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow dem Westen ein weiteres Mal das Anlegen doppelter Maßstäbe bei Staatsstreichen in verschiedenen Ländern vorgeworfen. Als Beispiele führte er die Situation in der Türkei und in der Ukraine an. Ihm zufolge haben die USA im Fall der Ukraine „eine Bedrohung von Seiten Russlands erfunden“, um ihren Einfluss in Europa zu stärken. „Die doppelten Maßstäbe liegen auf der Hand. Keinem unserer westlichen Partner ist eingefallen, das über die Ukraine zu sagen, was jetzt hinsichtlich des versuchten Staatsstreichs in der Türkei gesagt wird – dass Staatsstreiche unzulässig sind“, betonte Lawrow, als er über den von den türkischen Behörden unterdrückten Umsturzversuch am 15. und 16. Juli sprach.

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    Geoffrey Pyatt, Maria Sacharowa, Nikolai Asarow, Viktor Janukowitsch, Barack Obama, USA, Ukraine