02:24 23 November 2019
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    Pepole react after the the Russian Ambassador to Turkey, Andrei Karlov, was shot at a photo gallery in Ankara, Turkey

    Warum Extremisten zu Mord an Staatsmännern übergehen - Russischer Außenpolitiker

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    Attentat auf Russlands Botschafter in Ankara (57)
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    Die Terroristen gehen von Drohungen und Einschüchterungen zu Mord an Staatsfunktionären über, wie der Chef des Auswärtigen Ausschusses beim Föderationsrat (Parlamentsoberhaus), Konstantin Kossatschjow, am Dienstag äußerte. Ihr Ziel sei es, zwischenstaatliche und -ethnische Konflikte zu provozieren.

    „Die tragischen Ereignisse des gestrigen Abends – der Mord an dem russischen Botschafter in der Türkei, Andrej Karlow, der tragische Vorfall in Berlin, Schüsse vor der US-Botschaft in Ankara und nahe dem islamischen Zentrum in Zürich – besitzen zweifellos einen wichtigen Kreuzpunkt. Dennoch geht es nicht darum, dass hinter all diesen Episoden eine einheitliche Denk- und Kommandozentrale steckt“, schrieb Kossatschjow in seinem Blog auf der Webseite des Föderationsrates.    

    Das Problem besteht ihm zufolge in der drastisch wachsenden Gewalt in der ganzen Welt.

    „Dabei gehen die Terroristen von Einschüchterungen der Menschen zu unmittelbaren Gewaltakten an Staatsmännern über. Nun setzen sie nicht nur Medien und psychologische Effekte wie Schock und Angst ein, sondern auch Mordanschläge zum Selbstzweck“, so Kossatschjow.

    Als weiteres Ziel der Terroristen bezeichnete er die Provozierung zwischenstaatlicher und —ethnischer Konflikte.

    „Alle begreifen gut, dass der Erste Weltkrieg gerade mit einem Terroranschlag auf einen bedeutsamen Staatsmann begonnen hatte. Angesichts der wachsenden Spannungen in der Welt und in einzelnen Regionen hat die Berechnung auf diesen oder jenen Auslöser gewisse Gründe hinter sich“, so Kossatschjow.

    In dieser Situation sei aber besonders wichtig, sich bewusst zu werden, dass die Extremisten Konflikte und Gewalt provozieren, um von der Strategie zur Bildung einer globalen Anti-Terror-Koalition abzulenken.

    „Als einzig mögliche Antwort auf die Herausforderungen der Extremisten können nur gemeinsame Anstrengungen und nicht eine Trennung dienen. Man muss das Geschehen als eine Herausforderung nicht nur für einzelne Staaten, sondern für die ganze Weltgemeinschaft betrachten“, schrieb Kossatschjow.

    Russlands Botschafter in der Türkei, Andrej Karlow, war am Montagabend bei einer Fotoausstellung in Ankara vor laufenden Kameras und Publikum erschossen worden. Der Täter war ein türkischer Polizist, der die Veranstaltung bewachen sollte. Er wurde auf der Stelle von anderen Sicherheitskräften getötet.

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    Tags:
    Gewalt, Drohungen, Andrej Karlow, Konstantin Kossatschjow, Türkei, Russland