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    Die innenpolitische Sprecherin der LINKE im Bundestag, Ulla Jelpke

    Verantwortliche Politiker müssen „sich an Nase fassen“: MdB Jelpke zu Berlin-Attentat

    CC BY-SA 2.0 / DIE LINKE Nordrhein-Westfalen / Ulla_Jelpke
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    Lkw-Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (111)
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    Der jüngste Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt erschüttert die Welt. Die innenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Ulla Jelpke, spricht in einem Interview mit Sputnik über das Attentat, die wachsende Gewalt in der Gesellschaft und mögliche Maßnahmen, die nun ergriffen werden sollten.

    Im Interview räumt Jelpke ein, von dem Anschlag nicht allzu überrascht gewesen zu sein: „Also ich muss ehrlich sagen, dass ich es (ein Attentat – Anm. d. Red.) nicht ausgeschlossen habe nach den Ereignissen, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, und im letzten Jahr. Aber natürlich bin ich schwer schockiert“, so die Innenexpertin.

    Dabei warnte die Innenexpertin davor, Migranten in diesem Zusammenhang unter Generalverdacht zu stellen. Dass es sich bei dem Täter tatsächlich um einen 23-jährigen Mann aus Pakistan handle, sei nicht bestätigt worden. Man müsse konkrete Ermittlungsergebnisse abwarten.

    „Ich sehe keine Veranlassung, jetzt erstmal mehr Polizei zu fordern, sondern (darin – Anm. d. Red.), den Leuten die Angst zu nehmen“, so Jelpke. „Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass das auch Angst auslöst, aber ich will einfach die Menschen ermutigen, sich ihre Freiheiten nicht nehmen zu lassen.“

    Dennoch stelle sich die Frage, wie man Massenveranstaltungen und derzeit eben auch Weihnachtsmärkte besser sichern könnte. „Da muss man jetzt natürlich sehr schnell reagieren. Ich bin nicht dafür, dass man jetzt die Weihnachtsmärkte schließt, sondern wir brauchen einfach mehr Sicherheit“, betont Jelpke.

    Gleichzeitig verweist sie darauf, dass jahrelang Polizeistellen abgebaut worden seien, was sich nicht umgehend ändern ließe. Eine Priorität müsste ihr zufolge allerdings die Stärkung der Struktur und Hilfe in Zivilorganisationen wie dem THW sein.

    Generell ist laut Jelpke eine „zunehmende Gewaltbereitschaft“ in der Gesellschaft erkennbar. „Wir müssen uns natürlich alle an der Nase fassen bzw. auch die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen“, schließt die Linke-Politikerin.

    Am 19. Dezember raste ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche. Zwölf Menschen kamen ums Leben, mindestens 50 wurden teils schwer verletzt.

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    Weihnachtsmarkt, Attentat, Lkw, Migranten, Gewalt, Polizei, Lkw-Attacke, Ulla Jelpke, Berlin, Deutschland