04:33 26 Juli 2017
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    Polizei am Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz nach dem Lkw-Anschlag

    Erst Nizza, dann Berlin: Warum Europas Sicherheitsdienste versagen

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    Lkw-Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (111)
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    Der Anschlag in Berlin weckt Erinnerungen an Nizza. So wie in dem französischen Badeort raste auch in der Bundeshauptstadt der Terrorist in mit einem Lkw in friedlich Feiermenge. Beobachter liefern nun eine mögliche Erklärung, warum die europäischen Sicherheitskräfte in beiden Fällen versagten.

    Weil der Ablauf beider Angriffe ähnlich war, kommen manche Kommentatoren auf den Gedanken, dass Europa aus dem Horror von Nizza keinerlei Lehren gezogen habe.

    Das „supranationale Konglomerat EU“ habe auf seine Souveränität verzichtet und die Sorge um die eigene Sicherheit „dem älteren Kameraden in Übersee“ überlassen, schreibt das Online-Politportal Na Linii. Die Europäer hätten ihre politische Souveränität gegen wirtschaftliches Wohnergehen eingetauscht, heißt es da.

    Doch „der Suzerän aus Übersee muss die Territorien seines Protektorats nicht vor solchen Bedrohungen schützen“, heißt es weiter. Weil die Sicherheitskräfte vor Ort, die sich sonst mit einer „exekutiven“ Funktion begnügen würden, keine klare Anweisung bekommen hätten, hätten sie „schon in der Etappe der Aufgabenstellung“ versagt.

    Am 14. Juli hatten Tausende Menschen an der Strandpromenade von Nizza den französischen Nationalfeiertag gefeiert, als ein Lastwagen in die Menschenmenge fuhr und über eine Strecke von zwei Kilometern die Straße entlangraste. 86 Menschen starben, Hunderte weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Der Fahrer war vermutlich von der Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) rekrutiert worden.

    Am Abend des 19. Dezember 2016 ist ein Sattelschlepper mit hoher Geschwindigkeit in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gerast und mindestens zwölf Menschen getötet. Der Truck fuhr etwa 50 Meter durch die Besuchermenge. Der Attentäter konnte entkommen. Die Behörden gehen von einem Terroranschlag aus. Laut Medien fanden sie ein Papier mit Personalien eines Verdächtigen. Dieses soll im Fahrerhaus des Terror-Lkw gelegen haben. Unterdessen hat die Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) die Tat für sich beansprucht.

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    Lkw, Anschlag, Europäische Union, Berlin, Deutschland
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