08:44 25 Januar 2020
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    Sanktionen gegen Russland (2017) (146)
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    Die USA werden ihre Russland-Sanktionen im nächsten Jahr bereits wieder mildern, wie über die Hälfte (55 Prozent) der von der Wirtschaftsagentur Bloomberg befragten Analytiker meinen. Das seien im Vergleich zu Oktober zehn Prozent mehr, wie RBC am Mittwoch berichtet.

    Nach Ansicht der von Bloomberg befragten Analytiker könne Russlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Fall einer Aufhebung der Sanktionen im Jahr 2017 um bis zu 0,2 Prozentpunkte, 2018 gar um 0,5 Prozentpunkte wachsen. 

    „Es ist noch ungewiss, ob die USA und nach ihnen die EU die Sanktionen mildern werden, allerdings gibt es eine Anordnung zur Lockerung der Einschränkungen oder einer geringeren Nötigung dazu, was die  finanziellen Einbußen verringern kann“, meint Rachel Zemba, Abteilungschefin für Entwicklungsmärkte des Unternehmens 4Cast-RGE.

    Vierzig Prozent der befragten Ökonomen meinten, die EU werde dem Beispiel Washingtons folgen, sollte es eine solche Entscheidung treffen. Das könne durchaus bereits im kommenden Jahr geschehen.

    „Sollten die USA die Sanktionen lockern, wird es unter den EU-Mitgliedern unmöglich werden, einen Konsens zu ihrer Beibehaltung in der heutigen Gestalt zu finden“, meint der Ökonom von IHS Markit, Charles Moovit.

    Das Vertrauen der Investoren in den russischen Markt wachse, was sich in diesem Jahr in der Festigung des Rubels um 20 Prozent im Vergleich zum Dollar äußerte. Ein Drittel der befragten Ökonomen meinte dann, dass bei einer Lockerung der Sanktionen der Rubel gar wieder an Wert verlieren könnte.

    Derweil seien 57 Prozent der Befragten überzeugt, dass er erstarke, allerdings um maximal ein Prozent. 33 Prozent erwarteten ein Wachstum von bis zu fünf Prozent. Zehn Prozent der Ökonomen sind der Ansicht, dass sich der Währungskurs nicht verändern werde.

    Das US-Finanzministerium hatte am Dienstag wegen der Situation in der Ukraine seine Sanktionen gegen juristische und natürliche Personen aus Russland ausgeweitet. Die Liste wurde um insgesamt sieben Geschäftsleute und Bankmanager, acht Organisationen und die zwei Tankschiffe „Marschall Schukow“ und „Stalingrad“ ergänzt. Russlands Außenministerium erklärte daraufhin am Mittwoch, dass es eine auch asymmetrische Reaktion auf die amerikanischen Sanktionen erwäge.

    Am Montag hatte bereits die Europäische Union ihre sektoralen Wirtschaftssanktionen gegen Russland um ein weiteres halbes Jahr verlängert. Mit diesem Schritt beabsichtigt sie, ihr Festhalten an der Umsetzung der im Februar 2015 zur Regelung der Ukraine-Krise erzielten Minsker Vereinbarungen zu bekräftigen.

    Die EU und die USA waren im Juni 2014 von Einzelsanktionen gegen Privatpersonen und Unternehmen zu einschränkenden Maßnahmen gegen ganze Sektoren der russischen Wirtschaft übergegangen. Im Gegenzug erließ Moskau ein Einfuhrverbot für Lebensmittel aus den Ländern, die Sanktionen gegen Russland verhängt hatten.

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