13:46 25 Juni 2019
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    Ein Bewaffneter überfällt Galerie in Ankara und tötet den russischen Botschafter, Andrej Karlow

    Botschafter-Attentat „keine Kunst“: Britische Zeitung tadelt US-Kunstkritiker

    © AP Photo / Burhan Ozbilici
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    Nach dem der US-Kunstkritikers Jerry Saltz die Bilder von dem Mord am russischen Botschafter Andrej Karlow in Ankara als „Kunstwerk“ bezeichnet hat, empört sich nun die Journalistin von „The Guardian“, Emma Brockes.

    Salz hatte in einem Beitrag im New York Magazine die Fotos vom Mord an Karlow in einer Galerie in Ankara als „auf eine schmerzhafte Weise schön“ beschrieben und sie mit Gemälden von Caravaggio verglichen. Dann ging der Kunstexperte auf Komposition und Farben der Bilder ein und wies sogar darauf hin, dass der Anblick des Mörders mit der vorgehaltenen Waffe „surrealen visuellen inneren Tanz“ erwecke.

    Die Ermordung des russischen Botschafters ist „keine Kunst“, schreibt daraufhin Brockes vom „Guardian“. Da sei etwas Infantiles in einem solchen Kommentar, besonders so kurz nach dem Ereignis selbst. Das Wort „schön“ hält sie in diesem Zusammenhang für unangebracht – die Bilder selbst finde sie vielmehr banal, wenn nicht gar kitschig.

    Kommentare dieser Art sind aus Sicht der Guardian-Journalistin überflüssig: Das seien nur Worte, mit denen Künstler ihrem eigenen Provokateur-Image zu schmeicheln versuchten und eine Art Pseudo-Intellektualismus zeigten, indem sie Geschmacklosigkeit mit Tiefsinn verwechselten. So sei das Eingangstor zum KZ Auschwitz auch voller symbolischem Wert, aber bei weitem keine Kunst. Ebenso die Ermordung des russischen Diplomaten.

    Der russische Botschafter Andrej Karlow war am vergangenen Montag in Ankara vor laufenden Kameras erschossen worden, als er bei der Einweihung einer Fotoausstellung eine Ansprache hielt. Der Angreifer war ein türkischer Polizist, der die Veranstaltung bewachen sollte. Er wurde auf der Stelle von Sicherheitskräften getötet. In den Folgetagen wurden in der Türkei Medienberichten zufolge 13 Verdächtige gefasst.

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    Tags:
    Mord, Kunst, The Guardian, Andrej Karlow, Großbritannien, USA, Ankara, Türkei, Russland