20:23 25 Februar 2020
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    Die amerikanischen Anhänger des neuen Kalten Krieges verstehen immer noch nicht, dass Moskau für Washington ein äußerst wichtiger Partner im Sicherheitsbereich ist. Davon zeigt sich der US-amerikanische Professor und Russland-Experte Stephen Cohen in einem Beitrag für die Zeitschrift „The Nation“ überzeugt.

    Die größte Gefahr für die nationale Sicherheit der USA ist nach seiner Auffassung mit „den Soldaten aus den Zeiten des Kalten Krieges“ verbunden, die im Senat sitzen, wie auch mit den größten US-Medien, die die Amerikaner von den wahren Problemen ablenken.

    Senatoren wie John McCain oder Lindsey Graham dämonisieren seit vielen Jahren Russland, stellt Cohen fest. In letzter Zeit werfen sie Moskau zudem auch die Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl sowie diverse Kriegsverbrechen in Syrien vor, die angeblich die russische Luftwaffe begangen hätte. „Dabei gibt es weder Fakten noch logische Argumente. Offensichtlich ist nur die Absicht, den russischen Präsidenten zu isolieren, der möglicherweise der wertvollste Partner für die USA im Sicherheitsbereich ist“, so der Autor.

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    Dabei werden diejenigen, die für die Normalisierung der russisch-amerikanischen Beziehungen und einen neuen „Neustart“ plädieren, sofort zu Moskaus Lakaien abgestempelt. Manche Medien nennen selbst den designierten Präsidenten Donald Trump eine „Kreml-Marionette“ und rufen zur Rache für angeblich von Russland organisierte Hackerangriffe auf. „Die realen Gefahren sowohl für die innere als auch für die internationale Sicherheit werden aber inzwischen immer größer“, warnte Cohen.

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    Diese negative Wahrnehmung Russlands führt er auf die erfolglose Politik der USA in der internationalen Arena zurück, wofür die Amerikaner aber gerne Moskau verantwortlich machen. In Wahrheit seien jedoch die Erschütterungen der letzten Jahre ausgerechnet „durch Misserfolge der Außenpolitik Washingtons“ ausgelöst worden, darunter durch die Kriege, die es entfesselte, um diese oder jene Regimes zu stürzen, „sowie durch die Strategie der liberalen Globalisierung“.

    Professor Cohen zeigt sich überzeugt, dass der russische Präsident Wladimir Putin vor dem Hintergrund des wachsenden Überdrusses der ganzen Welt an den USA „ohne Absicht zum Symbol des Widerstandes gegen die Hegemonie Washingtons geworden ist“. Das sei nicht unbegründet, denn Millionen Menschen betrachteten die Vereinigten Staaten als Kraft, die traditionelle Werte zerstöre, und einen „Weltbanker“, der ihr Land jederzeit überfallen könnte.

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    Tags:
    Kalter Krieg, John McCain, Stephen Cohen, Russland, USA