12:00 18 Oktober 2018
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    Raketenkomplex Topol-M in Moskau

    Damit erwidert Moskau Trumps Nuklear-Wettrüsten - Russlandexperte

    © Sputnik / Ramil Sitdikov
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    Russlands intensive Modernisierung im Bereich seiner Atomwaffen ist als Antwort auf westliche Pläne zum Aufbau eines umfassenden Raketenabwehrsystems und einer fortschreitenden Rüstungsspirale anzusehen, wie Gerhard Mangott, Russlandexperte von der Universität Innsbruck sagte.

    Russlands Präsident Wladimir Putin habe sich bei seiner diesjährigen Großen Pressekonferenz am Freitag vor allem auf taktische nukleare Waffen bezogen, als er über den einseitigen Ausstieg der USA aus dem ABM-Vertrag sprach, so Mangott im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin.

    „Es stimmt, dass die USA taktische nukleare Waffen in Europa gelagert haben, etwa in den Niederlanden, in Italien oder auch in Deutschland“, erläuterte der Politikprofessor. „Aber im Bereich der taktischen nuklearen Waffen besitzt Russland seit langem schon eine deutliche Überlegenheit. Russland rechtfertigt diese höhere Zahl taktischer Nuklearwaffen auf der eigenen Seite jedoch damit, dass die Nato-Staaten wiederum eine deutliche Überlegenheit bei den konventionellen Streitkräften zeigten.“

    Die Frage sei nun, ob man bei der Rüstungsdynamik in den nächsten Jahren unter dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump Fortschritte – womöglich gar gemeinsame – erreichen könne. „Und da muss man vorsichtig sein, denn Trump hat gerade dieser Tage gesagt, er möchte das amerikanische Nukleararsenal stärken“, betont Margott. „Dann solle es nach seinen Worten ruhig ein Wettrüsten geben.,Wir werden jedenfalls dieses Wettrüsten gewinnen‘, sagte Trump. Und darauf Putin:,Nein, Russland wird sich nicht auf ein Wettrennen einlassen‘.“

    Das russische Herangehen schätzt Mangott als völlig realistisch ein: „Russland verfügt nicht über die nötige Wirtschaftskraft, um ein solches Wettrüsten mit den USA bewältigen zu können. Also wird man versuchen, durch asymmetrische Maßnahmen, die kostengünstiger sind, die eigene Verteidigungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Das Risiko, gegenüber den Vereinigten Staaten ins Hintertreffen zu gelangen und einen klaren Rückstand in den nuklearen Rüstungen aufzuweisen, ist für Russland sehr gering.“

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    Tags:
    Wettrüsten, Wladimir Putin, Donald Trump, USA, Russland