22:05 11 Dezember 2017
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    Die Ramstein Air Base der USA in Deutschland

    US-Atombomben in Europa: „Deutsche Führung wagt nicht, diese Frage aufzuwerfen“

    © Flickr/ DoD/Tim Chacon
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    Der Verbleib der taktischen US-Atomwaffen in Europa, darunter auch in Deutschland, stößt bei Experten immer wieder auf Kritik. Auch nach Ansicht des russischen Außenministeriums gehören diese Bomben in die „Rumpelkammer der Geschichte“.

    „Seit mehreren Jahrzehnten sind 200 US-amerikanische Flugzeugbomben des Typs B61 in Europa stationiert, um die allgemeine Politik der nuklearen Abschreckung zu demonstrieren“, sagte der Präsident des International Luxembourg Forum on Preventing Nuclear Catastrophe, Wjatscheslaw Kantor, der russischen Agentur Ria Novosti.

    Solche Bomben lagert die US-Armee laut Kantor in Deutschland, Belgien, Italien, der Türkei und den Niederlanden. Wie der Experte erläuterte, gibt es keine internationalen Verträge zur Begrenzung der nichtstrategischen Atomwaffen.

    „Russlands Position bestand immer darin, dass jegliche Gespräche über die Begrenzung der nichtstrategischen Atomwaffen erst beginnen könnten, wenn die USA diese Waffen aus Europa abtransportieren werden. Die beste Lösung wäre aus meiner Sicht, wenn die B61-Bomben, die die Amerikaner modernisieren wollen, aus der Türkei in die USA verlagert werden, anstatt in Europa zu bleiben. Es wäre gut, wenn dies künftig zum Auftakt eines abgestuften Abzugs aller solcher Waffen aus Europa würde“, so Kantor.

    Der belgische Sender RTBF zitierte aus einem Bericht des Stimson Center, der Verbleib dieser Waffen in Europa und insbesondere in der Türkei berge das Risiko in sich, dass sie ins Visier von Terroristen rücken könnten.

    Im Sommer hatten Medienberichte für Aufsehen gesorgt, wonach die USA angesichts ihrer verschlechterten Beziehungen mit der Türkei damit begonnen haben sollen, ihre Atomwaffen vom türkischen Stützpunkt Incirlik nach Rumänien abzutransportieren.

    Indes machten auch die Berichte Schlagzeilen, dass die in Deutschland stationierten US-Atombomben modernisiert werden sollen. Laut Spiegel Online soll die Waffe vom Typ B61-12 ab 2020 in die Serienfertigung gehen und danach auch auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel stationiert werden. Die Luftwaffe bereitet sich nach Informationen des „Spiegel“ bereits auf die Modernisierung der amerikanischen Sprengköpfe vor – intern gibt es erste Pläne für eine technische Anpassung der deutschen Tornado-Jets.

    Sergej Netschajew, Leiter des 3. Europäischen Departements des russischen Außenministeriums, kommentierte für Ria Novosti, die US-Atomwaffen in Deutschland seien ein Überbleibsel des Kalten Krieges: „Sie dienen längst nicht mehr der Erfüllung praktischer Aufgaben und gehören in die Rumpelkammer der Geschichte.“

    Das Problem rücke periodisch ins Visier der deutschen Öffentlichkeit und werde diskutiert. Das jüngste Beispiel sei eben Washingtons Entscheidung gewesen, das Arsenal in Büchel zu modernisieren, so Netschajew.

    „Gegen die Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland setzten sich die Linke, die liberale FDP sowie die neue Partei AfD besonders konsequent ein (…) Diese Position teilen auch viele Vertreter der Regierungsparteien, doch die derzeitige deutsche Führung wagt nicht, diese Frage gegenüber Washington initiativ aufzuwerfen“, sagte Netschajew.

    Generell wirft der Kreml den Vereinigten Staaten vor, ein neues Wettrüsten zu provozieren. „Die Voraussetzungen für ein neues Wettrüsten wurden geschaffen, nachdem die USA aus dem ABM-Vertrag ausgestiegen waren. Das ist offensichtlich“, sagte der russische Präsident Wladimir Putin bei seiner jüngsten Jahres-Pressekonferenz.

    In einer Beratung mit ranghohen russischen Militärs betonte Putin außerdem: „Man kann mit Sicherheit sagen: Wir sind heute stärker als jeder potenzielle Aggressor.“

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    Tags:
    Atombombe B61-12, Türkei, Russland, Deutschland, USA