20:01 25 April 2018
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    Moldawiens neuer Präsident verbannt EU-Flagge aus seiner Residenz

    © AFP 2018 / Daniel Mihailescu
    Politik
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    Nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Moldawiens, Igor Dodon, ist vor der offiziellen Residenz des Staatschefs die EU-Flagge verschwunden, wie Journalisten bei seinem ersten Pressebriefing am Montag bemerkten.

    Zuvor hingen links vor dem Eingang die Flagge der Republik Moldau und rechts die Flagge der Europäischen Union. Jetzt gibt es dort nur noch die moldawische Flagge.

    Eine Fotoreportage über das aktuelle Aussehen der Residenz des moldawischen Präsidenten hat der Journalist Wladimir Popow aus Chisinau auf Facebook veröffentlicht. Die Residenz sei eingeweiht worden, schrieb Dodon auf seiner Facebook-Seite.

    Am Wochenende wurde auch die offizielle Webseite des Präsidenten Moldawiens geändert. Die Versionen auf Englisch und Russisch blieben unverändert, doch die Version auf Rumänisch wurde durch die moldawische ersetzt. 

    Ein Hut in Farben der Russischen Flagge (Symbolfoto)
    © Sputnik / Alexey Danichev

    Der Sprecher des Präsidenten, Iwan Tscheban, sagte, dass der Präsident die Verfassung respektiere und alle dazu aufriefe, diesem Beispiel zu folgen.

    Die Frage der Amtssprache in Moldawien ist weiterhin offen und ein heiß diskutiertes Thema. Laut der Verfassung des Landes ist die Staatssprache Moldawisch in lateinischen Buchstaben. Doch das Verfassungsgericht änderte 2013 die Staatssprache in Rumänisch. Das Gericht bezog sich dabei auf eine Unabhängigkeitserklärung Moldawiens, die als Teil der Verfassung die Sprache als Rumänisch bezeichnet. Diese Position wird von Sprachwissenschaftlern unterstützt.

    Die Änderungen betrafen auch die Struktur des Präsidentenapparats. Nach Angaben der Agentur Infotag billigte Dodon einen neuen Stellenplan und stellte seine Berater vor. So ist der Berater für Innenpolitik zugleich der Sprecher des Präsidenten. Der Posten des Beraters für Außenpolitik und EU-Integration heißt jetzt Berater für Außenpolitik.

    Darüber hinaus will Dodon einen Berater für Fragen der Diaspora ernennen. Laut dem moldawischen Präsidenten soll dieser Posten mit einem jetzt im Ausland tätigen Arbeitsmigranten besetzt werden.

    Dodon, der bei der Präsidentschaftswahl Mitte November gewann, galt als prorussischer Kandidat — im Unterschied zu seiner Hauptrivalin Maia Sandu, die Anhängerin der EU-Integration Moldawiens ist.

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    Tags:
    Igor Dodon, Rumänien, Moldawien
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