09:07 22 Februar 2020
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    Russland hat nie bestritten, dass es einzelne Fälle von Doping gab, aber von einem staatlichen Doping-System kann keine Rede sein. So kommentierte die russische Eisschnelllauf-Olympiasiegerin und Parlamentsabgeordnete Swetlana Schurowa den jüngsten Bericht der The New York Times zum angeblich systematischen Doping in Russland.

    „Wir streiten auch nicht ab, das es das (Doping – Anm. d. Red.) gegeben hat. Wir bestätigen, dass es eine gewisse Zahl von Menschen gibt, die Doping eingenommen haben“, so Schurowa. Doch von einem „staatlichen Programm“ könne man nicht sprechen.

    „Das Schema funktioniert so: Trainer, Sportler, Arzt und ihre individuelle Entscheidung. Ein staatliches Programm gibt es natürlich nicht“, so die Sportlerin und Politikerin weiter.

    Schurowa könne sich nicht vorstellen, wie ein solches Programm funktionieren sollte: „Kann mir jemand erklären, wie man das im Budget ausweisen kann? Wenn ein Programm staatlich ist, dann wird es in den Haushalt aufgenommen“.

    Putin bei „Night Hockey League“ in Sotschi (Archivfoto)
    © Sputnik / Mikhail Klimentiev
    Am Dienstag war bei The New York Times ein Bericht über Doping im russischen Sport erschienen. Darin wird behauptet, Russland habe „zum ersten Mal eingeräumt“, dass auch Beamten in eine der größten Verschwörungen der Sportgeschichte verwickelt gewesen seien. Dabei beruft sich das Blatt auf die Interimschefin der russischen Antidopingagentur Rusada, Anna Anzeliowitsch. Diese soll im Interview mit NYT von einer „institutionellen Verschwörung“ gesprochen haben, allein Russlands Spitzen- und Regierungspolitiker wie Präsident Wladimir Putin seien nicht eingeweiht gewesen.

    Ein ranghoher Mitarbeiter der Rusada habe in Sotschi systematisch Urinproben ausgetauscht und die Athleten mit leistungssteigernden Substanzen versorgt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Aussagen von Anzeliowitsch.

    Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vergangene Woche bei seiner alljährlichen Pressekonferenz gesagt, dass in Russland niemals ein staatliches Doping-System aufgebaut worden sei. Zugleich betonte er, dass das russische Ermittlungskomitee und die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen zum Doping-Skandal zu einem logischen Ende führen würden.

    Ende November hatte Putin ein Gesetz über die strafrechtliche Verantwortung für die Anwendung von Doping bei Sportlern verabschiedet. Demnach soll Doping mit einer Geldstrafe von bis zu 300.000 Rubel (umgerechnet rund 4.500 Euro) und einem Arbeitsverbot im Sportbereich für drei Jahre oder Haftstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden.

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    Bericht, Zeitung, Doping, Russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA), Russland