18:46 27 Februar 2020
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    Moskau weist jegliche staatliche Verwicklung in mögliche Dopingfälle russischer Sportlern entschieden zurück, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch erklärte.

    „Wir haben von Anfang an jeglicher Verwicklung des Staates oder staatlicher Behörden bzw. Dienste in den möglichen Dopingkonsum von Sportlern widersprochen“, so Peskow.

    Russland wolle nun erst einmal echte Ermittlungsergebnisse abwarten. Zudem gebe es einen Verdacht, dass der Ex-Chef der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada, Grogorij Rodtschenkow, der als eine der wichtigsten Quellen dieser Vorwürfe gelte, selbst in der Verbreitung leistungssteigernder Präparate involviert gewesen sei.

    Am Dienstag war bei The New York Times ein Bericht über Doping im russischen Sport erschienen. Darin wird behauptet, Russland habe „zum ersten Mal eingeräumt“, dass auch Beamten in eine der größten Verschwörungen der Sportgeschichte verwickelt gewesen seien. Dabei beruft sich das Blatt auf die Interimschefin der russischen Antidopingagentur Rusada, Anna Anzeliowitsch. Diese soll im Gespräch mit NYT von einer „institutionellen Verschwörung“ gesprochen haben, allein Russlands Spitzen- und Regierungspolitiker wie Präsident Wladimir Putin seien nicht eingeweiht gewesen.

    Meldonium which is also known as mildronate has been banned by the World Anti-Doping Agency effective January 1, 2016
    © Sputnik / Pavel Lisitsyn
    Im Mai hatte NYT Aussagen des ehemaligen Chefs der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada über ein angebliches „Doping-System“ in Russland veröffentlicht, auf deren Grundlage später Berichte der Welt-Anti-Doping Agentur (Wada) erstellt wurden. Im vergangen Juli hatte das russische Ermittlungskomitee ein Strafverfahren gegen Rodtschenkow, der sich in die USA abgesetzt hat, eingeleitet. Nach Angaben des Komitees hatte Rodtschenkow in seiner Zeit als Sportfunktionär selbst verbotene Substanzen unter Sportlern verbreitet.

    Die Rusada hat am Mittwoch die die Behauptung ihrer Leiterin zum organisierten Doping dementiert. Die Aussagen von Anna Anzeliowitsch im Interview mit der US-Zeitung New York Times seien verfälscht und aus dem Zusammenhang gerissen worden.

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    Tags:
    Staat, Doping, Grigori Rodtschenkow, Dmitri Peskow, Russland