18:05 19 Januar 2017
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    US-Präsident Barack Obama beim Golfen

    Wie die US-Demokratie in Obama-Kult entartet US-Magazin

    © REUTERS/ Hugh Gentry
    Politik
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    Der Chef des Weißen Hauses nimmt in jüngster Zeit viel zu viel Raum in der amerikanischen Öffentlichkeit ein, wie Kevin D. Williamson in der US-Zeitschrift „National Review“ schreibt. Diese Tendenz stellt eine Gefahr für das gesamte politische System der USA dar.

    Der Name des amtierenden US-Präsidenten Barack Obama werde ohne hinreichende Gründe viel zu oft in den Medien erwähnt. Sogar eine Meldung wie „Letzter Tag der Veteranen, den Obama als Präsident begeht“ sei im einheimischen  Informationsraum bereits eine Nachricht, heißt es kritisch in NR-Beitrag. Dabei sei „Obama aber gar kein Veteran“, und es sei „nicht sein Tag“.

    Dem Chef des Weißen Hauses werde viel zu viel Zeit gewidmet, und Menschen, die wirklich öffentliche Aufmerksamkeit verdienen würden, blieben im Abseits. „Alles, was den Präsidenten betrifft, bekommt sofort Präsidenten-Status“, schreibt Williamson.

    Obama isst Sushi unter Schutz von Scharfschützen — VIDEO

    Ein weiteres Beispiel sei der Artikel „Obamas letztes Weihnachtsfest“. Williamson meint, dass die Amerikaner zu diesem Familienfest nicht unbedingt an den Chef des Weißen Hauses denken müssten, ansonsten würde es bald den Anschein haben, als sei „jeder Tag ein Tag des Präsidenten“.

    „Die Institution Präsidentschaft ist in den USA in einen Kult um den Staatschef entartet“, schreibt Williamson, und das verspreche nichts Gutes. Schon die Gründerväter der USA seien bemüht gewesen, Amerika vor ungerechtfertigter Überhöhung einzelner politischer Figuren zu behüten. Nun aber hätten der allgemeine moralische Verfall und die Unfähigkeit der Amerikaner, ihre Macht zu hinterfragen, den Boden für den heutigen „Personenkult“ bereitet.

    „Ich befürchte, dass wir uns aus Bürgern in Vasallen verwandeln, die von ihren Emotionen gelenkt werden, vor allem von Furcht und Habgier“, schließt der Autor. Dieser Wandel in der Denkweise der Amerikaner werde ernsthafte Konsequenzen für die Zukunft der Vereinigten Staaten haben.

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    Tags:
    Kevin D. Williamson, Barack Obama, USA
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    Alle Kommentare

    • Isnogud
      Im Forbes Ranking fiel Obama auf Platz 48 zurück, und in ein paar Wochen wird man sich nur noch an seinen schäbigen Abgang erinnern, es sei denn, es folgten juristische Schritte, die erst nach dem Fall seiner Immunität erfolgen können. Gründe dafür gäbe es ja genug, um nicht zu sagen wie Sand am Meer.
    • sanpodon
      Vielleicht ist das auch alles nur ein Betörungsakt, der Versuch, schnell einen Heiligen zu kreieren im angsterfüllten Wissen, dass er bei Nachlassen des falschen Zaubers sogar hinter Gittern landen könnte, in die Nachbarzelle von Killary und all den anderen, für die ein Hochsicherheitsgefängnis erst noch errichtet werden muss.

      Womöglich denken da gewisse Kräfte, dass ein künstlich aufgehellter Nimbus niemals zum Galgen erblassen kann. - Die Geschichte aber beweist genau das Gegenteil.
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