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    Barack Obama auf Klopapier abgebildet

    Obama verhindert Normalisierung der US-russischen-Beziehungen Ex-UN-Botschafter

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    Politik
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    Sanktionen gegen Russland (2017) (112)
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    Die Entscheidung Washingtons, russische Diplomaten auszuweisen, erschwert die Arbeit des künftigen US-Präsidenten Donald Trump und behindert den Normalisierungsprozess der amerikanisch-russischen Beziehungen, wie Vladislav Jovanović, ehemaliger UN-Botschafter Serbiens, in einem Interview mit Sputnik Serbia sagte.

    „Es ist offensichtlich, dass die Befürworter der Verschlechterung der Beziehungen zu Moskau und der Versuche, eine Spaltung innerhalb Russlands hervorzurufen, von Trumps Sieg (bei der US-Präsidentschaftswahl – Anm. d. Red.) derart überrascht sind, dass sie befürchten, ihre ganze Struktur könnte sich auflösen“, so Jovanović. Die Entscheidung zur Ausweisung russischer Diplomaten nannte er „irrational“.

    Ungeklärte oder offene Fragen sollten seiner Auffassung nach mit Verhandlungen, und nicht mit irgendwelchen „völlig veralteten Racheakten“ gelöst werden. Dabei verwies er darauf, Großbritannien habe vor einigen Jahrzehnten selbst zu derart drastischen Maßnahmen gegriffen, was die Beziehungen zur Sowjetunion auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges verschärft habe.

    „Jetzt ist es offensichtlich, dass das Zeitalter des Kalten Krieges zurückkehrt – zumindest zwischen den USA und Russland. Auch Europa ist in diesen Prozess eingebunden, aber es folgt hierbei viel mehr den Handlungen der USA, als eine Schlüsselfigur zu sein, die Entscheidungen trifft“, fügte der Diplomat hinzu.

    Da die scheidende US-Administration ihre letzten Tage zähle, werde sie kaum in der Lage sein, in der verbleibenden Zeit irgendetwas zu tun, um den bilateralen Beziehungen ernsthaften Schaden zuzufügen. Zu einer völligen Einstellung der diplomatischen Beziehungen käme es außerdem nur im Falle einer Kriegserklärung oder anderen Notfall-Szenarien, ist Jovanović überzeugt.

    „Die USA und Russland müssen miteinander in Verbindung treten, da beide Länder nukleare Supermächte sind. Eine Einstellung der Kontakte würde zu unvorhersehbaren Gefahren sowohl für sie selbst als auch für die ganze Welt führen. Soweit wird es nicht kommen, aber selbstverständlich wird Russland proportional antworten“, prognostizierte der Ex-UN-Botschafter.

    Am Donnerstag hatte die Obama-Administration neue Sanktionen gegen mehrere russische Einrichtungen, Firmen und Personen angeordnet. Betroffen sind auch die russischen Geheimdienste GRU und FSB. Zudem müssen 35 russische Diplomaten und ihre Familien binnen 72 Stunden, also noch am Silvester-Wochenende, die USA verlassen.

    Vorsicht, bissige Ente!
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    Vorsicht, bissige Ente!

    Die Sanktionen sollen laut Washington eine Strafe für die vermeintlichen russischen Hackerangriffen sein, mit denen sich Russland angeblich in den US-Wahlkampf eingemischt und Diplomaten unter Druck gesetzt habe. Dabei hat die US-Seite bislang noch keine Beweise für Moskaus Einmischung erbracht. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte diesbezüglich, Moskau lehne die haltlosen Beschuldigungen Washingtons kategorisch ab und werde angemessen reagieren.

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    Torpedierung, Supermächte, Normalisierung, Rache, Kontakte, Beziehungen, Sanktionen, Donald Trump, Dmitri Peskow, Barack Obama, Europa, USA, Russland
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