14:39 20 Oktober 2017
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    Barack Obama

    „Obama, das bockige Kind“: Netzwelt reagiert auf neue Russland-Sanktionen

    © AFP 2017/ Mandel Ngan
    Politik
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    Wie Launen eines gekränkten Kindes, wie verletzter Stolz eines Verlierers, wie ein Versuch, Donald Trump das Leben schwer zu machen – so sehen viele Twitter-Nutzer die Einführung neuer Sanktionen gegen Russland durch den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama.

    Die neuen antirussischen Sanktionen Washingtons, darunter die Ausweisung Dutzender russischer Diplomaten aus den USA, hat im Netz für Aufruhr gesorgt. Während einige den Beschluss unterstützen, sind andere fassungslos, manche lehnen den Schritt des scheidenden Staatschefs entschieden ab. Die meisten Nutzer zeigen sich jedoch einfach nur überrascht von der Härte der Maßnahmen.

    Viele fragen sich, wozu Obama die Lage jetzt noch zuspitzen will. Sein Schritt wird teilweise gar mit einer Kriegserklärung gleichgesetzt.

    „Warum will Obama Krieg? Obama verhängt Sanktionen gegen Russland“, schreibt beispielsweise Christopher Coleman.

    ​Und nach Ansicht des Users Jackie #ImWithHer sei damit gar eine „Büchse der Pandora“ geöffnet worden.

    ​Lou Dobbs, Journalist des TV-Senders Fox Business, übt scharfe Kritik an Obamas Verhalten: „Obamas verrückter Abschied: Kündigt neue Russland-Sanktionen an – weist 35 russische Diplomaten aus“, so Dobbs via Twitter.

    ​Einige Stunden später startete der Journalist eine Umfrage und stellte den Twitter-Nutzern die folgende Frage: „Hat irgendein anderer Präsident je mehr getan, um unsere Feinde anzuspornen, als Präsident Obama?“

    Mehr als 7000 Menschen haben schon abgestimmt. 94 Prozent davon gaben an, dass Obama der streitlustigste aller US-Präsidenten sei.

    ​„Ich möchte wissen, wer seine Zustimmungsraten auf so einem hohen Niveau aufrechterhält. Er wird in die Geschichte als schlimmster US-Präsident eingehen“, kommentierte der Nutzer KSH die Umfrage.

    ​Dass Washington aufgrund unbewiesener Vorwürfe Sanktionen gegen Moskau verhängt, finden viele einfach nur lächerlich. „Obamas Sanktionen gegen Russland: Gleichzeitig völlig lächerlich, offensichtlich auf Lügen basierend und ein ernster Angriff auf die Menschlichkeit“, schreibt Anonym Tipster.

    Manche äußern aber gleichzeitig die Hoffnung, dass Russland sich trotz allem nicht provozieren lassen werde.

    „Ich hoffe, Putin wird diesen Köder nicht schlucken. Barack Obama und Menschenrechtler haben sich sehr bemüht, Russland zu einem Hot Spot zu machen (der Konflikt in der Ukraine), und nun diese Sanktionen drei Wochen vor dem Verlassen des Weißen Hauses“, schreibt NeuroEd.

    ​In dem Versuch, Obamas Beweggründe zu verstehen, kamen manche Nutzer zu dem Schluss, dass der Noch-Präsident sich einfach nicht mit seiner Niederlage abfinden will.

    „Russland ist kein Freund der USA, aber man verhängt keine Sanktionen aufgrund von falschen Vorwürfen der Einmischung in den Wahlkampf oder wegen des eigenen verletzten Stolzes“, so Daniel Anthony.

    ​Obamas Verhalten wird auf Twitter mit dem eines gekränkten Kindes verglichen, das sich weigert, würdevoll den Posten an Trump zu übergeben. „Sanktionen gegen Russland? Obama macht den Übergang für Trump so schwer wie möglich. Obama, das gekränkte, bockige Kind“, so der Nutzer Tracy Warren.

    Selbst denjenigen, die Sanktionen gegen Russland unterstützen, fällt es offenbar schwer, Obamas Benehmen nachzuvollziehen. „Ich freue mich über die Sanktionen gegen Russland, aber wo ist der Sinn, wenn Trump diese wahrscheinlich rückgängig macht. Zu spät“, schreibt Rastakhiz.

     

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    Tags:
    Sanktionen, Barack Obama, USA, Russland
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