10:36 27 März 2017
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    Diplomaten-Sanktionen: Wie Obama zuletzt noch um „symbolischen Einfluss“ kämpft

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    Sanktionen gegen Russland (2017) (93)
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    Die in Washington beschlossene Ausweisung von 35 russischen Diplomaten aus den USA kommentiert der argentinische Russland-Experte Professor Martín Baña im Sputnik-Interview als pure „Methode zum Kräftemessen“.

    „Das ist eine Methode zum Kräftemessen. Betrachtet man den globalen Kontext, wo Russland um die dominierende Position in der Geopolitik kämpft, so verweisen es die USA mit dieser Maßnahme auf seinen Platz“, sagte Baña, Russist und Professor am Lehrstuhl für russische Geschichte an der Universität in Buenos Aires. „Das ist eine Art des symbolischen Ringes um Einfluss.“

    In diesem Schritt sei der Widerhall der Verdächtigungen zu sehen, die die Amerikaner wegen der angeblichen Einmischung Russlands in die US-Wahlen aufwühlten, aber ebenso Russlands Initiative im Anti-Terror-Kampf, „einer Rolle, die zuvor den USA gehörte“.

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    „In diesem Streit gibt es auch einen dritten Akteur – Europa, das sich immer noch in der Krise befindet und einen solch wichtigen Bündnispartner wie Russland nicht verlieren will“, so  Baña weiter. „Den USA ist bewusst, welches Gewicht ein europäischer Block mit Russland als Verbündetem haben könnte. Teilweise zeugt die Ausweisung von 35 Diplomaten von dem Bestreben, die Welt daran zu erinnern, dass die USA eine Weltmacht seien.“

    Obama sei jetzt eine „lahme Ente“, ein scheidender Präsident, der nichts mehr zu verlieren habe. Seine Position gegenüber Russland, so vermutet der Experte, sei das absolute Gegenteil derer, die Trump möglicherweise vertreten werde, der zumindest auf den ersten Blick engere Beziehungen zu Putins Regierung unterhalten wolle. „Man kann diese Maßnahme ‚im letzten Augenblick‘ als eine Entscheidung Obamas betrachten, der künftigen Regierung keinen ebenen Weg zu hinterlassen“, schließt der Experte. 

    Am Donnerstag hatte die Obama-Administration neue Sanktionen gegen mehrere russische Einrichtungen, Firmen und Personen angeordnet. Betroffen sind auch die russischen Geheimdienste GRU und FSB. Zudem müssen 35 russische Diplomaten und ihre Familien binnen 72 Stunden, also noch am Silvester-Wochenende, die USA verlassen.

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    Tags:
    Sanktionen, Barack Obama, USA, Russland
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    Alle Kommentare

    • sanpodon
      "Obama sei jetzt eine „lahme Ente“, ein scheidender Präsident, der nichts mehr zu verlieren habe."

      Ja! Das ist ja das Entsetzliche! Denn Anstand, Ehrgefühl und einen halbwegs guten Ruf kann nur verlieren, wer zuvor als Ehrenmann betrachtet wurde.
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