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22:59 19 August 2019
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    Marsch der Bandera-Adepten in Kiew

    Wieso schweigt Berlin zu Aufmarsch der Bandera-Adepten in Kiew? - Russischer Senator

    © REUTERS / Valentyn Ogirenko
    Politik
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    Laut dem russischen Senator Alexej Puschkow darf Deutschland auf den jüngsten Fackelzug der Anhänger des radikalen ukrainischen Nationalisten und Nazi-Kollaborateurs Stepan Bandera in Kiew nicht mit Schweigen reagieren. Das könnte ihm zufolge als Unterstützung gewertet werden.

    Auf seiner Twitter-Seite schrieb Puschkow: „Wir warten auf eine Reaktion der Behörden der Bundesrepublik Deutschland auf den Marsch zu Ehren Banderas in Kiew. Weiß man in Berlin, dass Bandera Hitlers Verbündeter war? Das Schweigen ist gleich Unterstützung.“

    Mehr als 1000 Anhänger der nationalistischen Partei Swoboda (zu Deutsch: Freiheit) waren am vergangenen Sonntag anlässlich des 108. Geburtstages des ukrainischen Kriegsverbrechers Stepan Bandera im Rahmen eines Fackelzuges durch die ukrainische Hauptstadt Kiew gezogen.

    Bandera (1909-1959) hatte an der Wiege der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) gestanden. Am 14. Oktober 1942 wurde die „Ukrainische Aufstandsarmee“ (UPA) auf Beschluss der OUN als deren Militärarm ins Leben gerufen. Die beiden Nationalistenorganisationen hatten im Zweiten Weltkrieg in der Westukraine zuerst gegen die Wehrmacht und dann gegen die Sowjetarmee und andere Staaten der Anti-Hitler-Koalition gekämpft.

    Im Sommer 1943 richteten die Nationalisten ein Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung an (Massaker von Wolhynien). Selbst ukrainische Historiker gestehen heute die Zahl der polnischen Opfer ein: Bis Ende 1943 wurden 50.000 bis 60.000 Männer, Frauen und Kinder auf unvorstellbar grausame Weise umgebracht. Nach ukrainischer Zählung wurden 500, nach polnischen Schätzungen mehr als 1.150 polnische Dörfer zerstört. Sie verschwanden für immer von der Landkarte. Historiker schätzen die Gesamtzahl der Opfer auf 36.000 bis 100.000 ein.

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