10:46 30 März 2017
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    Japans Ministerpräsident Shinzo Abe

    Japan beginnt mit Aufbau eines neuen Landes Premier

    © REUTERS/ Issei Kato
    Politik
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    Japan wird seine eigene Zukunft eigenständiger bestimmen, kündigte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe bei einer Pressekonferenz anlässlich des Jahreswechsels an, die in Ise in der Präfektur Mie stattfand.

    Die Rede von Abe wurde auf der Webseite des TV-Senders der japanischen Regierung veröffentlicht.

    Vor 70 Jahren wurde in Japan unter aktiver Mitwirkung der USA eine „Friedensverfassung" geschaffen, die unter anderem auf das Recht auf Kriegsführung zur Beilegung internationaler Streitigkeiten sowie den Unterhalt von Streitkräften verzichtete. Die Regierung von Abe will die bestehende Verfassung ändern, um größere Selbständigkeit bei der Verteidigung des Landes zu erhalten.

    „Jetzt muss man in die Zukunft, in die nächsten 70 Jahre sehen und den Aufbau eines neuen Landes beginnen", so Abe. Diese Zukunft werde das japanische Volk ohne irgendwelche fremde Hilfe schaffen müssen: „Wir Japaner werden sie mit unseren eigenen Händen aufbauen — und gerade jetzt sind große Bemühungen notwendig, um dies zu tun", sagte der Premier.

    Den Weg in diese Zukunft solle die nächste Sitzung des japanischen Parlaments ebnen, die am 20. Januar beginnt, erläuterte Abe. Dabei betonte er erneut, er wolle das Unterhaus des Parlaments nicht vorzeitig auflösen, um Neuwahlen auszuschreiben.

    Die Regierungskoalition, bestehend aus der Liberaldemokratischen Partei und der rechtszentristischen „Komeito", verfügt zurzeit über eine Stimmenmehrheit, die für die Verabschiedung von Gesetzen erforderlich ist. 

    2017 wolle die Regierung Japans der Wirtschaft und einer aktiven Diplomatie in der Außenpolitik die größte Aufmerksamkeit schenken, sagte Abe.

    Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin betont, die Einschränkung der russisch-japanischen Kontakte in den vergangenen anderthalb Jahren sei darauf zurückzuführen, dass Tokio seine Außenpolitik nach der Meinung seines wichtigsten strategischen Partners, den USA, ausrichtet.

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    Tags:
    Verfassung, Shinzo Abe, Japan
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    Alle Kommentare

    • HSV Fan
      Na dann viel Erfolg damit.
    • avatar
      K.A.S.
      Das Passiert wenn man mit dem Präsident der RF redet.
      Souveränität und Ende von US/GB- Besatzung, -Terror und -Krieg ist Möglich.
      Das Verschweigt die deutsche Lückenpresse natürlich, da geht es seit Tagen um die Taten der Menschen die vor 911 US/GB/Merkel nach D flohen.
    • avatar
      rikasulke
      Ein zeitforderndes Verlangen Japans! Die grossen Nachbarn Japans, Russland
      und China sind für den Bestand und Erhalt, deshalb sind besonders diese für
      Japan lebensnotwendig! Japan strahlt Impulse aus! Diese dienen als ein Antrieb
      für den gesamten Raum, weit in die Nachbarstaaten hinein! Japan muss endlich
      sich frei machen und seine Wege selber definieren, wozu die beiden grossen
      Nachbarn behilflich sind, vorausgesetz Japan erkennt diese als Mächte an, ohne
      Komplexe zu haben! Friedensverträge sollte das ehrbarste Ziel Japans sein!
    • TeslaAntwort anrikasulke(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      rikasulke,
      "...Nachbarn behilflich sind, vorausgesetz Japan erkennt diese als Mächte an, ohne Komplexe zu haben!"

      Japan braucht keine Mächte als Mächte anzuerkennen, sondern nur seine Nachbarn als Freunde anzusehen, die nur dann zur Hilfe kommen, wenn man sie ruft und die Japan nicht okkupieren wollen.

      Ohne US-Spielchen in dieser Gegend gäbe es auch keinen Korea-Konflikt.
    • Tesla
      Ein Friedensvertrag mit Russland steht kurz vor dem Abschluss. Vorausgesetzt der mutige Premier Shinzo Abe überlebt diesen Versuch, Japan aus der Okkupation der Amerikaner zu befreien und eine neue Verfassung für ein souveränes Japan zu schreiben.

      Aus Putins Interview im vorfeld des letzten Besuchs Japans war es deutlich zu hören, dass Putin mit den Japanern klar und deutlich über ihre Vasalenstellung redet und dass er Shinzo Abe seine Hilfe im Militärbereich angeboten hat aber dass er noch abwarten muss, wie weit Japan bereit ist zu gehen.

      Sollte es bald einen Friedensvertrag mit Russland geben, dann würde Japan mit einer grossangelegten Unterstützung Russlands und Chinas zählen können, um sich friedlich aber mit Nachdruck vom Hegemon USA zu lösen.

      Für mich würde diese Handlung bedeuten, dass Russland endgültig angefangen hat den Einfluss der USA zu überholen.
    • avatar
      K.A.S.Antwort anTesla(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Tesla, Starker Kommentar!
    • avatar
      K.A.S.Antwort anTesla(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Tesla,
      Ja, erst haben die "Demokraten" Obama/Merkel den Bär auf der Krim geweckt als sie ihm die wegnehmen und Monsanto pflanzen wollten, jetzt sind die US-Demokraten weg und die Christdemokraten haben sich hinter ihren Flüchtlingen versteckt.
      Für mich war der zugesagte Schutz des Iran vor einem US/GB Überfall bereits der 1. Schritt vom Thron des Hegemon, dann BRICS-Bank/AIIB, gefolgt von Türkei, Saudi… bald Süd-Korea.
      US ist raus und der Traum Europa aus.
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      billyvor
      Im Gegensatz zur deutschen Regierung scheint Herrn Abe aufgegangen zu sein, dass dies auch nach 70 Jahren mehr als überfällig ist. Aber hat sich der Gute auch in Washington rückversichert, ob Japan das überhaupt darf ?????
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      K.A.S.Antwort anbillyvor(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      billyvor, Ja hat er, er darf Nicht, aber das interessiert seit Putins BRICS nicht mehr.
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