16:03 19 Januar 2017
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    Russland-Sanktionen (Symbolbild)

    Kissingers Berater ruft zur Aufhebung der Anti-Russland-Sanktionen auf

    © REUTERS/ Maxim Zmeyev
    Politik
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    Sanktionen gegen Russland (2017) (58)
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    Der Berater von Henry Kissinger und Chef der Beratungsfirma „Kissinger Associates“, Thomas Graham, hat sich in einem Interview mit dem russischen Büro des Senders „Voice of America“ für eine stufenweise Aufhebung der Sanktionen gegen Russland und gegen den Beitritt der Ukraine zur Nato ausgesprochen.

    Zuvor hatte die Zeitschrift „Politico" berichtet, Donald Trump ziehe die Kandidatur von Graham als Botschafter in Russland in Betracht. Diese Informationen wollte Graham aber nicht kommentieren und bezeichnete sie als „Gerüchte". Seine Meinung zu den russisch-amerikanischen Beziehungen legte er allerdings ganz deutlich dar.

    Die Frage des Nato-Beitritts der Ukraine müsse man — mit dem Einverständnis Kiews — von der Tagesordnung nehmen, sagte Graham. „Ich sehe keine Gründe für eine Nato-Erweiterung in dieser Situation. Es gibt ausreichend Probleme, die gelöst werden müssen. Im gewissen Sinne stellt Russland eine Gefahr für die Nato dar, aber die Gefahr, auf die das Bündnis an seinen südlichen Grenzen stößt, ist nicht geringer", erklärte er.

    Der Beitritt der Ukraine zur Nato werde niemandem helfen, ist sich Graham sicher. Dieser werde weder die Sicherheit des Bündnisses stärken noch die Beziehungen zu Russland wiederherstellen. Zur Regelung der bestehenden Krise könnte aber ein blockfreier Status der Ukraine beitragen. „Kiew muss sich aus dem geopolitischen Gerangel herausnehmen, dann kann sich die Ukraine auf die Lösung ihrer internen lebenswichtigen Probleme konzentrieren", so Graham.

    Außerdem betonte Graham die Irrelevanz der antirussischen Sanktionen. Diese würden in Europa immer weniger unterstützt, sagte er, und zur Regelung der ukrainischen Krise hätten sie nicht beigetragen.

    Um die „transatlantische Gemeinsamkeit" aufrechtzuerhalten, müsse man die Aufhebung der Sanktionen erwägen. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist eine öffentliche Spaltung zwischen Brüssel und Washington in dieser Frage", äußerte Graham.

    Die Sanktionen müssten stufenweise gegen konkrete Handlungen seitens der Gegenpartei aufgehoben werden, sagte Graham. Solch eine Vorgehensweise werde auch ein Signal an Kiew sein, dass die Ukraine nicht mehr die sich hinziehende Stagnation als Ausrede instrumentalisieren kann, um sich innenpolitischen Entscheidungen zu enthalten, die für die Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung des Landes erforderlich sind.

    Zudem empfahl Graham, eine Entscheidung in Bezug auf die Zukunft der Halbinsel Krim zu finden, die für die Ukraine, Russland, die USA und die EU „annehmbar" wäre und die auf die Wünsche der Bevölkerung der Krim Rücksicht nehmen würde, „ohne die wirtschaftlichen Interessen und die Sicherheit der Ukraine zu gefährden".

    Diese Entscheidung sei zwar keine erstrangige Aufgabe in den russisch-amerikanischen Beziehungen, im Laufe der nächsten fünf bis zehn Jahre könnte man sie aber lösen, sagte Graham.

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    Tags:
    Sanktionen, NATO, Krim, Ukraine, Europäische Union, USA, Russland
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    • ebha56
      Kann man nur begrüßen. Weiter so, dann wirds klappen. Die merklische Politik von CDU und SPD , unterstützt von Teilen der Grünen im deutschen Lande sollen weiter so machen und die deutsche Wirtschaft weiter schädigen. Je mehr Schaden diese Politik anrichtet, um so deutlicher ller wird durch den Wähler dieser Unsinn bei den anstehenden Wahlen korrekiert und beendet.
    • K.A.S.
      Die Partei, die mit Geld und Wirtschaft so gut umgehen kann, hat dem "Wähler" bald alternativlos sehr unangenehme Dinge zu erklären.
      Wenn USA bald von Hegemon zum Partner der BRICS wird, und anders geht es ohne WK3 langfristig gar nicht, haben wir, die EU Doppelt verloren.
      Denke so wie die RF von Merkel-EU, gegen besseres Wissen, behandelt wurde kriegt dann EU, keine Fuß mehr auf den Boden.
      Wir EU sollten Fakten schaffen, bevor die Fakten uns schaffen.
      Europäische Demokratische „Parteien“ die Regierungen Stürzen (Ukr) und auf CIA-Lügenbasis 911 wehrlose Staaten in die Steinzeit bombten bzw. Zielkoordinaten lieferten sind bald so wählbar oder Regierungsfähig wie eine NSDAP.
    • K.A.S.Antwort anzivilist(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      zivilist, guter Vorschlag, aber für Diplomaten wie Dr.M. einer ist: "verbrecherische und völkerrechtswidrige Annexion der Krim" zum 70. 2.WK Ende neben Putin stehend in alle Kameras der Welt... mehr als ungenügend.
    • Denk mit!
      Man kann sich fast kaputt lachen, die Amis machen das Geschäft und die EU die Drecksarbeit!
      Weiter so ihr RUSSENHASSER!
    • Germane
      Kluge Menschen hätten niemals die unsinnigen Sanktionen gefordert !
    • GermaneAntwort anzivilist(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      zivilist, Gute Idee!
    • Gela-X
      Was faselt der Gute über die Krim und deren Bevölkerung?
      Die haben sich entschieden und die USA geht das absolut nichts an... die EU auch nicht.
      Die Krim ist russisch und bleibt russisch.
    • sanpodon
      Wenn der Zug in voller Fahrt ist, wird schnell noch aufgesprungen. - Wo war denn diese weltverbessernde Simme während der brandgefährlichen Hochzeiten der US-"Investitionen"?

      Was hier jetzt abläuft, ist eine Schmierenkomödie und es geht wohl darum, dass der Kriegsverbrecher Kissinger jetzt tunlichst allen unternehmen muss, damit die internationale Stimmung nicht gegen ihn kippt!

      Wer kann schon wissen, was eine kleine Informationszuspielung des Kremls oder von einem anderen politischen Player im richtigen Moment an die richtige Stelle für die letzten Jahre dieses Verbrecherlebens zur Folge haben könnte?!

      Ich hoffe sehr, dass seine scheinheilige Mission für den Weltfrieden erfolgreich sein und dann trotzdem die Zellentür für immer hinter ihm zufallen möge.

      Es muss einfach Schluss sein damit, dass mit steigender der Zahl Toten, für die einer verantwortlich ist, sich seine Chancen für ein Leben in Freiheit erhöhen. Auch Nazi-Kriegsverbrecher hat man oft erst spät verurteilt und das macht Angst, nicht etwa ein plötzliches Gewissen des Alters im Angesicht des Todes, denn so etwas gibt es nicht!
    • Joesi
      Bei dem Namen Henry Kissinger fällt mir nur Negatives ein!
      Daher Vorsichtig ist geboten!
    • sanpodonAntwort anGela-X(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Gela-X, da gebe ich Ihnen absolut recht. Allerdings lässt die Formulierung vieles offen. Diese Strategen denken doch in längeren Zeiträumen, so dass davon auszugehen ist, dass das derzeitige Regime in Kiew in den Planspielen keinen Platz mehr einnimmt.

      Die "EU" wird mit allem einverstanden sein, weil ihre Reste ganz andere Sorgen haben werden. Und wenn man die Krimbevölkerung ein zweites Mal um ihr Votum bittet, braucht man vermutlich nur zu fragen, wer zurück zur Ukraine möchte...
    • Ste va de Ca
      Die Zukunft der Krim IST bereits unwiderruflich entschieden. Und es gibt real KEINE Bedrohung der Ukraine durch die Krim oder die RF!
    • ottmar.mueller.1
      Es gibt offensichtlich in den USA noch Leute, die den Kopf zum Denken nutzen und nicht wie McCain und andere Scharfmacher einschließlich Obama, den Kopf haben, damit sie ihr Stroh nicht unterm Tragen müssen!
    • KARLSSENAntwort anzivilist(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      zivilist,
      das ist eine geniale Idee! Verpisst euch von den russischen Grenzen und werdet Antisanktionsfrei.
    • Ullrich Heinrich
      srbination_1,
      An welcher Stelle genau soll sich Kissinger selbst dazu geäußert haben???
    • Ullrich HeinrichAntwort anKARLSSEN(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      KARLSSEN,
      Antisanktionsfrei. Das ist ein so schönes Wort.
      Aber ich fürchte, Ihnen ist die tatsächliche Aussage dieses Wortes nicht klar.
    • Ritterkreuzträger
      Die Situation ist inzwischen wie in Syrien, die USA können nur noch mit viel Aufwand ein Marionettenregime halten. Würde Putin auf das Angebot Kissingers nicht eingehen, würde die Ukraine längerfristig zwischen Polen und Russland zerrissen werden. Die wirtschaftliche wie finanzielle Situation im Land wird immer schlimmer werden. Militärisch kann die Ukraine nur noch mit Hilfe des Westens überleben. Kissinger eines mit der schlimmsten Kriegsverbrecher auf der Welt, macht diesen Schachzug nicht umsonst, er versucht damit nur das schlimmste abzuwenden.
    • hihardt
      Man muss abwarten, was von diesen wohltönenden Wort in die Tat umgesetzt wird! Wie war das? "Vor Tische las man's anders"!
    • hihardt
      srbination_1,
      nicht vergessen: Wladimir Putin ist ein exzellenter Schachspieler! Solche Könner denken immer viel weiter als der Gegner.
    • tom.hanko
      Bringt ja auch nichts.
      Das darf der Oberguru als erster feststellen.
    • boroser1502
      USA und Russland sollten Partner sein.

      Konflikte bringen nur ungutes.

      Amerika und Russland sollten gleichberechtigt und
      partnerschaftlich ihre Beziehungen gestalten.

      Eine win- win- situation ist allemal besser als eine
      lose- lose- situation.

      Es gibt in beiden Ländern (USA und Russland) viele gute und
      kluge Menschen, Menschen mit Weitsicht und Verantwortung.

      Russland und USA sollten gute Partner und Freunde werden!

      Partnerschaft und Freundschaft anstelle von Konkurrenz, Neid

      und Misstrauen!
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