11:07 12 Dezember 2017
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    Mit dem Rücken zur Wand: Prag erörtert Rettungschancen für Washington

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    Politik
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    Die amerikanische Politik ist „an die Wand gedrückt“, nur neue Protagonisten können ihr noch helfen. So kommentierte am Sonntag Tschechiens Außenminister Lubomir Zaorálek in einer TV-Debatte mit seinem Vorgänger und Ex-USA-Botschafter Alexandr Vondra den bevorstehenden Machtwechsel im Weißen Haus.

    „Die amerikanische Politik ist jetzt ‚an die Wand gedrückt‘ und nur die Tatsache, dass jemand kommen wird, der das aus einem anderen Blickwinkel sehen wird, kann ihr helfen“, so Zaorálek in der Polit-Talkshow von Vaclaw Moravec im Tschechischen Fernsehen. Allein Washingtons Nahost-Politik sei bereits ein deutliches Beispiel für die Sackgasse, in der sich die noch amtierende Regierung des US-Präsidenten Barack Obama befinde.
    „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, sagte auch Ex-Außenminister Vondra. „Ich hoffe auf Donald Trump. Das ist zwar ein Risiko, aber besser als ein langsamer Verfall wie im Fall Hillary Clintons.“ 


    Laut Vondra kann Trump, anders als Obama, aus einer Position der Stärke handeln, ohne vorher seine Karten offen auf den Tisch zu legen. Trump sei unkalkulierbar, was gerade auch sein Vorteil sein könne.
    Bezüglich der angeblich von Russland ausgeführten „Hacker-Angriffe“ auf Ziele in den USA, so meinten beide Teilnehmer der TV-Debatte, Washington reagiere hysterisch und schreie zu viel, anstatt zu handeln.
    „Die offensive Geheimdiensttätigkeit muss ernst genommen werden, mich aber ärgert das Geschrei der Amerikaner, dass die Russen ihre Wahlen beeinflusst hätten. Das ist der ersten stärksten Weltmacht unwürdig“, so Vondra. 
    Zaorálek seinerseits ergänzte, Tschechien selbst sei gut auf die Abwehr möglicher Cyberbedrohungen vorbereitet.
    „Beim jüngsten Nato-Gipfel (im Juli in Warschau – Anm. d. Red.) habe ich von vielen Teilnehmern gehört, dass, wenn jemand  die Organisation der Cybersicherheit verschlafen hätte, wäre das sicher nicht Tschechien“, so der amtierende Chefdiplomat.

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    Tags:
    Cyberattacken, Donald Trump, Barack Obama, Tschechien
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