22:00 28 April 2017
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    Russische Luftwaffe auf dem Militärstützpunkt Hmeimim in Syrien

    Moskaus Erfolge in Syrien gleich null? Pentagon-Position lässt tief blicken Experte

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    Der US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat in einem TV-Interview Russlands Erfolge in Syrien für null und nichtig erklärt. Der russische Politologe Andrej Kortunow analysiert in einem Sputnik-Interview, was hinter diesen Äußerungen des Pentagon-Chefs steckt.

    Russlands Beitrag zum Kampf der Vereinigten Staaten gegen den IS sei „gleich null“; Russlands Präsenz verstärke nur den Bürgerkrieg in Syrien, sagte der noch amtierende US-Verteidigungsminister Ashton Carter dem Nachrichtensender NBC am vergangenen Sonntag.

    Die Russen hätten gesagt, sie seien gekommen, um gegen den IS zu kämpfen und dazu beizutragen, den Bürgerkrieg in Syrien zu regulieren, führte Carter aus. Aber „sie haben nichts gegen den IS getan, praktisch null“, sagte der Pentagon-Chef.

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    Carter ging sogar einen Schritt weiter und behauptete, das Vorgehen der Russen erschwere die Einstellung des Bürgerkrieges. Mehr noch: „Sie haben den syrischen Bürgerkrieg verstärkt“, so der Minister.

    Der Generaldirektor des Russlandrats für internationale Angelegenheiten, der Politologe Andrej Kortunow, sieht hinter den Äußerungen Carters indes den Versuch, den künftigen Pentagon-Chef auf Kurs zu bringen: „Ich denke, das sind nicht bloß Ausfälle. Leider finden sich große Teile des US-amerikanischen Militärestablishments in Carters Positionen wieder. Und der neue Präsident Trump wird diese Positionen so oder so berücksichtigen müssen, weil man sie auch künftig lobbyieren wird“, erklärt der Analyst.  

    Der bewaffnete Konflikt in Syrien dauert seit März 2011. Gegen die syrischen Regierungstruppen kämpfen bewaffnete Rebellen unterschiedlichster Couleur. Russland hat am 30. September 2015 auf Bitten des amtierenden syrischen Präsidenten Baschar Assad in den Konflikt eingegriffen und fliegt seitdem Luftangriffe gegen die Stellungen der Terroristen auf syrischem Boden.

    Einer der größten Erfolge Moskaus in Syrien ist das gemeinsame Abkommen mit dem Iran und der Türkei über eine Waffenruhe und damit einhergehende Friedensverhandlungen mit der syrischen Opposition in der kasachischen Hauptstadt Astana.

    Vor diesem Hintergrund seien Carters Äußerungen ein Versuch, die Trump-Gegner auf Linie zu bringen: „Das ist ein Signal an die künftige Pentagon-Führung – an jene Menschen also, die die Militärpolitik der Vereinigten Staaten in den kommenden vier Jahren maßgeblich bestimmen werden“, sagt Kortunow. Denn die Haltung des Pentagons in der Syrien-Frage sei besonders in den letzten Monaten von der Position des US-Außenministeriums deutlich abgewichen. „Ashton Carter kritisiert Moskau für die Unterstützung Assads, bietet aber keine Alternative“, betont der russische Politologe. „Die Leitung des Pentagons muss wenigstens einen Teil der Verantwortung für das Scheitern der Vereinbarungen übernehmen, die der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Amtskollege John Kerry im September ausarbeiteten. Damals hatten sich die Außenamtschefs Russlands und der USA irgendwie auf ein gemeinsames Vorgehen bei der Konfliktregulierung in Syrien geeinigt, bevor das Pentagon diese Vereinbarungen im großen Maße sabotierte“, erklärt der Fachmann.

    Ein anderer russische Experte, das Mitglied des Duma-Ausschusses für Internationale Angelegenheiten Sergej Schelesnjak, betont indes, dass es wohl wenig Sinn mache, Äußerungen scheidender US-Politiker Beachtung zu schenken. „Allerdings hat Mr. Carter durch seine Lüge nicht nur sich und das in seiner Verantwortung stehende Ministerium blamiert, welches über verlässliche Informationen darüber verfügen müsste, wer was in Syrien erreicht hat“, so der russische Parlamentarier. Offensichtlich halte Carter die Vernichtung tausender Terroristen in Syrien durch Russland nicht für etwas Substanzielles. Und dennoch sei es für Russland und die USA – „die größten Akteure in der internationalen Arena“ – unabdingbar, gemeinsam Lösungen für globale Probleme zu suchen und umzusetzen, sich gemeinsam gegenwärtigen Bedrohungen entgegenzustellen und die Stabilität in der Welt zu festigen, appelliert der Duma-Abgeordnete.

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    Russland und der Anti-Terror-Kampf (2017) (54)

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    Tags:
    Pentagon, Terrormiliz Daesh, Ashton Carter, Syrien, Russland
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