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18:08 17 Oktober 2019
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    Russischer Luftwaffenverband auf dem Flugplatz Hmeimim in Syrien

    Wie Moskau nun zwischen syrischen Kurden vermittelt – Sputnik-Interview

    © Sputnik / Dmitry Vinigradov
    Politik
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    Russland hat vor einiger Zeit auf dem russischen Luftstützpunkt Hmeimim in Syrien ein Treffen mit Vertretern der kurdischen Parteien in Syrien durchgeführt. Über die Folgen des Treffens berichtete Mustafa Hanifi von der Progressiven Demokratischen Partei der Kurden Syriens (PDPKS) gegenüber Sputnik Türkiy.

    Ziel des Treffens sei es gewesen, Differenzen zwischen kurdischen politischen Kräften in Syrien beizulegen und aus ihnen eine einheitliche politische Front zu bilden.

    „Zu dem Treffen auf dem Luftstützpunkt Hmeimim sind 24 Parteien eingeladen worden. Auch wir, Vertreter der Partei der Demokratischen Union (PYD) und ihr nahestehende Parteien kamen. Von russischer Seite waren ein General und zwei Regierungsvertreter“, so Hanifi.

    Mitgliedsparteien des Kurdischen Nationalrates (ENKS) seien jedoch nicht gekommen. Derartige Verhandlungen sollen nun weiter fortgesetzt werden.

    „Wir finden, dass sich die Vertreter aller kurdischen politischen Kräfte vereinigen sollten, da keine Partei allein die ganze kurdische Bevölkerung vertreten kann“, sagte  der kurdische Politiker weiter.

    Der ENKS-Vorsitzende Müslim Mıhemed kommentierte gegenüber Sputnik: „Keine der sieben Mitgliedsparteien des Kurdischen Nationalrates hat das Treffen besucht. Grund dafür ist, dass das Treffen auf dem von der syrischen Regierung kontrollierten Territorium organisiert worden ist. Wir sind der Meinung, dass solche Treffen entweder auf russischem Territorium oder in der syrischen Stadt Qamischli stattfinden sollten“. Die Stadt ist eine mehrheitlich von den Kurden bewohnte Stadt im Nordosten Syriens an der Grenze zur Türkei. Sie gilt als eines von drei Zentren der von den Kurden aufgebauten eigenständigen politischen Strukturen in der Region.

    Die Teilnahme an den Verhandlungen in Latakia, so der Politiker weiter, wäre eine Schwächeäußerung des ENKS im politischen Sinn geworden.

    „Trotzdem haben wir Russland über unsere Dialogbereitschaft informiert. Russland ist eine bedeutende Kraft, die einen großen Einfluss auf die Regelung der Syrien-Krise hat“, so Mıhemed abschließend.

    Die syrischen Kurden streben danach, entlang der türkischen Grenze in Nordsyrien eine eigene Autonomie zu schaffen. Die Türkei, die bereits auf eigenem Terrirorium gegen kurdische Terroristen vorgeht, hat dann im August 2016 die Militäroperation „Schutzschild Euphrat" gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat" im Norden Syriens gestartet. Ein weiteres Ziel der Intervention war es auch, die kurdischen Militäreinheiten an der Eroberung neuer Gebiete und eine Verbindung mit der in der Türkei verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK zu verhindern.

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    Tags:
    Verhandlungen, Kurden, Hmeimim, Syrien, Russland