Widgets Magazine
17:19 17 Oktober 2019
SNA Radio
    USA (Symbolbild)

    China rügt US-Staatsmänner: „Sonst bescheinigt man ihm Schwäche und Gesichtsverlust“

    © AP Photo / Rodrigo Abd
    Politik
    Zum Kurzlink
    China und USA auf Konfrontationskurs (73)
    3652
    Abonnieren

    Das Vorgehen von US-Staatsmännern in Sachen Taiwan irritiert die Regierung in Peking. Experten beschäftigen sich mit der Frage, ob der Amtsantritt von Donald Trump die Situation weiter verkomplizieren wird. Die einen befürchten eine Zuspitzung, die anderen verweisen auf die gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit zwischen Amerika und China.

    Die russische Onlinezeitung vz.ru schreibt: „Faktisch ist China in einer Situation gelandet, wo es gezwungen ist, seine Position in den bilateralen Beziehungen mit den USA zu verschärfen, um auf deren Vorgehen zu reagieren. Die Chinesen müssen das tun, selbst wenn sie das nicht besonders wollen. Sonst wird man ihnen Schwäche und Gesichtsverlust bescheinigen.“

    Der republikanische US-Senator Ted Cruz und der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, waren kürzlich mit der taiwanesischen Präsidentin Tsai Ing-wen zusammengetroffen. Die Regierung in Peking verurteilte das Treffen. Lu Kang, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, forderte die „entsprechenden Personen in den USA“ auf, am „Ein-China-Prinzip“ festzuhalten, und warnte davor, die „Interessen Chinas und der USA zu untergraben“.

    Vz.ru kommentiert weiter, Chinas Position sehe vorerst trotzdem nicht sicher genug aus: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Einzug von Donald Trump ins Weiße Haus dieses Problem für China nur weiter schüren. Man wird die Beziehungen weiter zuspitzen, indirekte ‚Stiche‘ und unverhohlene Provokationen fortsetzen. Es steht nicht fest, ob es Peking gelingt, die Initiative in diesem Vorgang zu übernehmen und ihn zu stoppen.“

    Viktoria Schurawljowa, Nordamerika-Expertin am russischen Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen, sagte allerdings der Zeitschrift „Profil“, eine ernsthafte Eskalation sei nicht zu erwarten.

    „Es besteht eine gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit zwischen den beiden Ländern. Als Geschäftsmann und Pragmatiker wird Trump es beim besten Willen nicht schaffen, den US-Kurs in Sinne seiner Wahlversprechen völlig zu ändern“, so die Expertin.

    Sie erläuterte: „Innerhalb der Republikanischen Partei teilt bei weitem nicht jeder die antichinesischen Stimmungen. Was einen harten Kurs gegenüber China betrifft, bekommt Trump gewisse Unterstützung hauptsächlich von Rechtskonservativen, die von den gleichen innenwirtschaftlichen Fragen ausgehen, um Arbeitsplätze und Produktionen zurück nach Amerika zu holen.“

    Doch in Bezug auf den allgemeinen Vektor der Beziehungen mit China gebe es einen Konsens zwischen den beiden US-Parteien. China werde als wichtiger Partner betrachtet: „Selbst der  Faktor der zunehmenden Bedrohung durch China wird durch das Prisma der wirtschaftlichen Interaktion betrachtet.“

    Auch Taiwan lässt sich laut Schurawljowa in diesen allgemeinen Rahmen einbetten: „Zwar wird es immer wieder Nuancen geben, doch alles zielt auf eine Aufrechterhaltung stabiler Wirtschaftsbeziehungen ab.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    China und USA auf Konfrontationskurs (73)

    Zum Thema:

    Will China den Philippinen die USA ersetzen?
    Trump redet an der Sache vorbei: US-Wirtschaft gegen Kurswechsel in Ein-China-Politik
    Nach Trumps Aussagen zu Taiwan: Chinesische Zeitung appelliert an US-Feinde
    Asien-Pazifik-Raum: China nimmt den USA die Führungsrolle weg
    Tags:
    Greg Abbott, Ted Cruz, Donald Trump, Taiwan, China, USA