17:43 27 Juni 2017
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    Ukraine: Mahnmal für die Opfer des Faschismus mit Nazi-Symbolen geschändet

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    1943 massakrierte die Waffen-SS gemeinsam mit ukrainischen Freiwilligen auf grausamste Weise die Dorfbewohner des polnischen Huta Pieniacka. Zum Andenken an die Opfer wurde in der Ukraine zu Sowjetzeiten ein Mahnmal errichtet. Unbekannte haben dieses Denkmal jüngst stark beschädigt, wie das Portal „Timer“ berichtet.

    Demnach haben die Täter das in der Mitte des Mahnmals aufgestellte Gedenkkreuz gesprengt. Die umstehenden Säulen mit den Namen der Opfer wurden mit ukrainischen Nationalfarben und Nazi-Symbolik – dem Abzeichen der Waffen-SS – beschmiert.

    Das Massaker von Huta Pieniacka wurde am 28. Februar 1944 von der Waffen-SS gemeinsam mit ukrainischen Freiwilligen verübt. Bei dieser Racheaktion wurde das Dorf Huta Pieniacka dem Erdboden gleichgemacht, die rund 500 Dorfbewohner wurden in einer nahegelegenen Kirche lebendig verbrannt, weil sie sowjetische und polnische Partisanen unterstützt hatten. Das Mahnmal wurde zu Sowjetzeiten zum Andenken an die schrecklichen Ereignisse errichtet. In den Neunzigerjahren wurde es zerstört, im Jahr 2005 jedoch wiederaufgebaut.

    Im Oktober 2016 haben polnische Nazis von der radikalen Organisation „Lager von Großpolen“ im polnischen Werchrata ein Denkmal für die Kämpfer der extremistischen Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) zerstört. Das von der Organisation bei YouTube veröffentlichte Video der Aktion wird von dem Ausspruch begleitet: „Ein weiteres UPA-Denkmal vernichtet“.

    Das polnische Parlament hatte im Juli 2016 der Anerkennung des Massakers von Wolhynien als Genozid zugestimmt und den 11. Juli zum nationalen Gedenktag des Massakers erklärt. Im September vergangenen Jahres verurteilte die Werchowna Rada in Kiew diesen Beschluss.

    Das Massaker in Wolhynien wurde 1943 von UPA-Kämpfern verübt. Dabei wurden nach verschiedenen Schätzungen bis zu 100.000 Polen ermordet.

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    Tags:
    Nazis, Waffen-SS, Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), Ukraine
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