03:26 31 Oktober 2020
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    Die US-Geheimdienste beharren auf ihrem Vorwurf, hinter den Hackerangriffen im US-Wahlkampf stecke Russland. In ihrem Beitrag in der „Frankfurter Allgemeinen“ erklärt Constanze Kurz, warum die vorgelegten Belege „mickrig“ sind.

    Die amerikanischen Geheimdienste hätten sich daran „festgebissen“, mehrere digitale Einbrüche, denen politische Bedeutung zukommt, vom Kreml gesteuerten Hackern zuzuschreiben, heißt es in dem Beitrag. Die US-Regierung, die die Ansicht der Geheimdienste zumindest in Teilen stütze, wies im Dezember einige russische Diplomaten aus und verhängt Sanktionen.

    Die Behauptungen zur russischen Einmischung seien allerdings in den amerikanischen und internationalen Medien nicht handfester belegt gewesen als durch Aussagen namentlich nicht genannter Geheimdienst-Offizieller, die aus den üblichen „Sicherheitskreisen“ ihre Informationen streuten. „Mit Recht verlange daher nicht nur der angehende Präsident Donald Trump, sondern auch die interessierte Öffentlichkeit Beweise für die Behauptung der Einflussnahme durch die Russen.“

    Dazu dienen nun erstmals schriftliche Berichte, in denen verlässliche Informationen zusammengetragen werden sollten. Es sind freigegebene Geheimdienstpapiere, die der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurden. Dem Gemunkel um die Russen-Hacks sollten Beweise entgegengestellt werden, die zeigen, dass Wladimir Putin nicht nur spionieren lassen, sondern den Wählerwillen untergraben habe, um den Wahlsieger bestimmen zu können.

    Typischerweise analysiere man die Taktik und Strategien der Hacker, bewerte Vorgehensweisen und technische Merkmale, die verwendete Software und die ausgewählten Ziele, so Kurz.

    „Das haben CIA, NSA und FBI in ihrer schriftlichen Darstellung aber gar nicht erst versucht. Sie geben stattdessen Einschätzungen mit teilweise voneinander abweichenden Verlässlichkeitsbewertungen ab, die mit geringer, moderater oder hoher Gewissheit bestätigt sind“. Mit „hoher Sicherheit“ seien nur vier Aussagen von allen drei Behörden getroffen worden: Dazu gehöre die Feststellung, dass über die Website DCLeaks.com und außerdem mit Hilfe von Medien Informationen aus „Cyber-Operationen“ veröffentlicht worden seien. „Um das mit ‚hoher Sicherheit‘“ sagen zu können, kann man allerdings, statt den Geheimdienst zu fragen, auch einen Browser nutzen.

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    Tags:
    Russland, USA