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11:33 21 August 2019
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    Margarita Simonjan, Chefredakteurin des TV-Senders RT (Archivbild)

    Sputnik- und RT-Chefin Simonjan: Westen will Monopol auf Informations-Inhalt behalten

    © Sputnik / Vladimir Trefilov
    Politik
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    Die Vorwürfe gegen den russischen fremdsprachigen Fernsehsender RT zeugen davon, dass das westliche „Medien-Establishment“ sein Monopol auf die Gestaltung der Informationen nicht verlieren will. Das schrieb die Chefredakteurin der Nachrichtenagentur Sputnik und des Senders RT, Margarita Simonjan, in einem Brief an die britische Zeitung „Guardian“.

    „Meines Erachtens zeugt die Tatsache, dass der BBC World Service, die Deutsche Welle und der amerikanische Broadcasting Board of Governors (BBG) wesentlich besser als RT finanziert werden (der BBG bekommt fast dreimal so viel Geld wie RT!), um den Standpunkt ihrer Regierungen dem globalen Publikum zu präsentieren, davon, dass das medienpolitische Establishment der Vereinigten Staaten und Europas das Monopol dafür nicht verlieren will, wie Informationen dargestellt werden“, heißt es in einem Artikel im „Guardian“ unter Berufung auf Simonjans Schreiben.

    Ihr zufolge „mussten sich alle ausländischen Medien an ein gewisses Szenario (der Beleuchtung der jüngsten US-Präsidentschaftswahlkampagne) halten, um nicht einer Einmischung darin beschuldigt zu werden. Und Sie können ganz sicher sein: Es ging dabei nicht um die Neutralität. Die einzige akzeptable Vorgehensweise war, Clinton zu unterstützen und Trump anzugreifen“, so Simonjan in ihrem Brief.

    „Der einzige Vorwurf der Geheimdienste gegen RT war, dass unser Sender Clinton kritisiert hatte, indem wir in unseren Berichten wahre Tatsachen über sie darstellten. Eben darin besteht unser vermeintliches Verbrechen. Was für eine unfassbare Unterstützung der Meinungsfreiheit und der Journalistik war das!“

    Am 6. Januar hatten die CIA, das FBI und die NSA einen Bericht veröffentlicht, in dem sie abermals Russland „die Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl“ vorwarfen, ohne aber jegliche Beweise zu liefern. Aus dem Bericht ging hervor, dass die US-Geheimdienstler über „Russlands geheime Einsätze zur Einflussnahme auf die Wahl“ anhand von russischen Fernsehberichten und Informationen in sozialen Netzwerken ihre Schlussfolgerungen gezogen hatten.

    So beschrieben sie mehrere RT-Sendungen seit 2012, unter anderem zu Themen wie Syrien-Krise, massenhafte Bespitzelung von US-Staatsbürgern, Ölförderung durch Hydraulic Fracturing usw. „Die RT-Leitung räumte offen ein, dass die Mission des Senders sei, neues Publikum in den USA zu gewinnen und es Meldungen des Kremls auszusetzen“, so die US-Geheimdienste.

    Außerdem wurden in dem Bericht zahlreiche Zitate aus dem Blog sowie aus öffentlichen Auftritten Simonjans angeführt, die die Verfasser als Bestätigung für die Verbindung der RT-Leitung mit der russischen Staatsführung deuteten. So hätte  die Registrierung des Senders als Non-Profit-Organisation das Ziel verfolgt, „formell auf Distanz zur russischen Regierung zu gehen“ und mit dem Publikum leichter zu kommunizieren. Dabei führten die Geheimdienstler diverse RT-Aussagen an, eine solche juristische Prozedur wäre unter anderem wegen der Besonderheiten des US-amerikanischen Gesetzes „Über die Registrierung ausländischer Agenten“ nötig gewesen.

    Zuvor hatte Simonjan in Bezug auf diesen Bericht erklärt, das Thema sei „nicht ausführlich genug beleuchtet“ worden, es seien keine Quellen genannt worden, die angeführten Angaben seien „veraltet bzw. falsch“ gewesen. Zugleich führte sie selbst eine ganze Reihe von Fakten an, auf die die Amerikaner „bei ihrer Fehlerkorrektur zurückgreifen könnten“.

    Präsident Wladimir Putin sagte seinerseits zu den Behauptungen, die russische Führung hätte US-amerikanische Datenbanken knacken lassen, dass die veröffentlichten Informationen auf keine Weise den Interessen Russlands gedient hätten, und die Amerikaner wollen das Publikum einfach vom Inhalt der veröffentlichten Unterlagen ablenken. Putins Sprecher Dmitri Peskow nannte die Vorwürfe gegen Moskau „absolut unbegründet“. Dasselbe sagte Außenminister Sergej Lawrow über Washingtons Behauptungen, Russland hätte sich in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt.

    Auch der designierte US-Präsident Donald Trump hält solche Vorwürfe gegen Russland für „aus dem Finger gesogen“ und glaubt, dass seine Gegner aus der Demokratischen Partei versuchen, die Wahlergebnisse infrage zu stellen und die Wahlniederlage ihrer Kandidatin Hillary Clinton zu rechtfertigen.

     

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    Tags:
    Kritik, Monopol, Informationen, RT, Margarita Simonjan, Russland