21:50 25 Februar 2017
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    Problem, Gegner oder was? Wie die Amerikaner zu Russland stehen - Umfrage

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    Politik
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    Die meisten Amerikaner glauben die zahlreichen Anschuldigungen der US-Geheimdienste und –Medien, Russland habe sich in die Wahlen eingemischt, und unterstützen die Sanktionen, wie die jüngste vom Pew Research Center durchgeführte Umfrage zeigt.

    Demnach haben 88 Prozent der Befragten von den Anschuldigungen gegen „russische Hacker“ gehört. Davon gaben 72 Prozent an, Russland stünde sicher oder wahrscheinlich hinter diesen Cyberangriffen. Nur 24 Prozent meinten, Russland sei wahrscheinlich oder höchstwahrscheinlich nicht involviert.

    46 Prozent der Befragten gaben an, die Ende Dezember als Strafe für die „Einmischung in die Wahlen“ verhängten zusätzlichen Sanktionen gegen Moskau seien „ganz richtig“, für 27 Prozent gingen sie gar nicht weit genug. Nur ein Fünftel der Umfrageteilnehmer hielten die jüngsten Maßnahmen für überspitzt.

    Demokraten vs. Republikaner

    93 Prozent der befragten Demokraten, aber nur 57 Prozent Republikaner werfen Russland Einflussnahme auf die US-Wahlen im November durch Hacking vor. Mehr als ein Drittel der Demokraten befürworteten die Sanktionsverschärfung, dagegen meinten 35 Prozent der Republikaner, die Sanktionen seien überzogen.

    Insgesamt 29 Prozent der Befragten bezeichneten Russland als „Gegner“ der USA, 44 Prozent hielten es zwar für „ein großes Problem, aber keinen Gegner“. Ein Viertel der Antwortenden sieht in Russland „gar kein Problem für die USA“.

    Im Zeitraum vom 4. bis 9. Januar sind  1.502 volljährige US-Bürger befragt worden. Die Toleranz lag zwischen 2,9 und 6,3 Prozent für verschiedene Gruppen der Befragten.

    CIA, FBI und NSA hatten am 6. Januar einen Bericht verbreitet, in dem sie Russland erneut „für die Einmischung in die USA-Wahlen“ verantwortlich machten, aber keine Beweise lieferten. In dem Bericht heißt es: Amerikanische Sicherheitskreise ziehen ihre Schlüsse über die „russischen Geheimaktionen zur US-Wahl-Beeinflussung” aus Quellen wie beispielsweise russischen Fernsehreportagen oder Einträgen in sozialen Netzwerken. Fast eine Hälfte des Berichtes ist der Agentur Sputnik und dem TV-Sender RT gewidmet, dabei waren die meisten RT-Angaben mehr als fünf Jahre alt.

    Am 30. Dezember  hatte die Obama-Administration neue Sanktionen gegen neun russische Einrichtungen, Firmen und Personen angeordnet wegen „der Wahlen-Eimischung“ und „der Druckmaßnahmen gegen US-Diplomaten“, die in Russland arbeiten. Betroffen sind auch die russischen Geheimdienste GRU und FSB.

    Präsident Wladimir Putin sagte seinerseits zu diesen Behauptungen, die Amerikaner wollten mit dieser Hysterie das Publikum einfach vom Inhalt der veröffentlichten Unterlagen ablenken. Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte die Vorwürfe gegen Moskau „absolut unbegründet“. Dasselbe sagte Außenminister Sergej Lawrow über Washingtons Behauptungen, Russland hätte sich in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt.

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    Tags:
    Gegner, Einmischung, Hacker, Umfrage, US-Präsidentschaftswahl 2016, Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation (FSB), RT, NSA, US-Geheimdienst NSA, FBI, CIA, Pew Research Center, Dmitri Peskow, Sergej Lawrow, Wladimir Putin, Barack Obama, Russland, USA