06:41 27 März 2017
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    Fünf Fakes sollen US-Geheimdienstbericht zu Russland untermauert haben

    © Sputnik/ Vladimir Vyatkin
    Politik
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    Dem jüngsten US-Geheimdienstbericht über den mutmaßlichen Einfluss Russlands auf politische Geschehnisse in Amerika liegen fünf Fakes zugrunde, wie der russische Politik-Experte Wladimir Bruter einschätzt. In einem Gastbeitrag für die Zeitung „Iswestija“ listet er diese Fakes auf:

    Fake 1: Russland greift aktiv in den US-Medienraum ein.

    In Wirklichkeit ist Russland im US-Medienraum kaum präsent. Obwohl die Einschaltquoten des russischen Auslandssenders RT zunehmen, sind sie mit denen der US-Sender nicht zu vergleichen. Der Einfluss von RT auf die US-Wähler ist gering. Vor diesem Hintergrund ist es einfach unmöglich, den Verlauf und die Ergebnisse der Wahlen zu beeinflussen.

    Fake 2: Russlands Einmischung beeinflusste den Wahlausgang.

    Eigentlich hat der ganze Wahlkampf die Wahlergebnisse minimal beeinflusst: Die Zahl der Stimmen, die die beiden Favoriten holten, wich nicht so weit von den Prognosen ab. Clinton verlor nicht wegen der „Umtriebe eines Feindes im Ausland“, sondern wegen ihres eigenen Versagens in manchen maßgeblich wichtigen US-Bundesstaaten wie Michigan, Ohio, Pennsylvania, Wisconsin. Clintons Niederlage im Mittleren Westen geht nicht auf die Umtriebe des Kremls zurück, sondern auf die komplizierte Wirtschaftslage in dieser industriellen Region der USA. Garade dort leben Menschen, die mit der Globalisierung und mit der virtuellen Wirtschaft besonders unzufrieden sind. Diese Menschen lesen morgens keine russischen Zeitungen und schauen sich keine RT-Sendungen an.   

    Fake 3: In den USA gibt es eine prorussische Lobby, die die Wahlergebnisse beeinflusste.

    Das stimmt ebenfalls nicht. Russland hat keine Lobbyisten in den USA. Es gibt dort weder prorussische Non-Profit-Organisationen noch Meinungsmacher in der amerikanischen Polit- oder Experten-Elite. Es gibt keinen einzigen Kongressabgeordneten, der sich konsequent und grundsätzlich für einen Wandel im russisch-amerikanischen Verhältnis aussprechen würde. Durch wen soll Russland dann seinen Einfluss ausüben?

    Fake 4: Es gibt einen Zusammenhang zwischen der russischen Informations-Kampagne und der Zahl der Stimmen für Trump.

    Zwischen den Stimmen für Trump und den „prorussischen“ Sympathien gibt es jedoch keine nachgewiesene Korrelation. Generell verhalten sich die Demokraten zu Russland sogar besser als die Republikaner. Mehr noch: Für jene Wähler, die den Wahlausgang entscheidend beeinflusst haben, waren die Beziehungen mit Russland nie von hoher Priorität. Diese Wähler interessieren sich überhaupt kaum für die Außenpolitik – am wichtigsten für sie sind Arbeit und Stabilität.

    Fake 5. Die russische Propaganda zeigt Wirkung.

    Die Autoren des Berichts verwechseln bewusst Russlands Vorhaben, die westliche Gemeinschaft über seine Position zu informieren, mit Leistungen der angeblichen russischen Propaganda. Dies ähnelt ungefähr den Ausführungen, wonach die Voice of America die Sowjetunion zum Zusammenbruch gebracht haben soll. Solche Behauptungen sind vor allem für diejenigen beschämend, von denen sie stammen.

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    Tags:
    RT, Hillary Clinton, Donald Trump, USA, Russland