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    Kanadas Chefdiplomatin unter russischen Sanktionen -Aufhebung braucht Gegenseitigkeit

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    Sanktionen gegen Russland (2017) (146)
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    Die am Dienstag zu Kanadas Außenministerin ernannte bisherige Handelsministerin Chrystia Freeland steht weiter auf Russlands Sanktionsliste, ihre Streichung ist nur eine Frage von Gegenseitigkeit, wie aus russischen Diplomatenkreisen verlautete.

    „Für sie gelten die Sanktionen seit 2014, das ist kein Geheimnis“, berichtet die russische Agentur RIA Novosti unter Berufung auf Aussagen ehemaliger Diplomaten. Sie war in die Sanktionsliste eingetragen worden, nachdem Kanada Einschränkungen gegen Russland, einschließlich dessen Amtspersonen, eingeführt hatte. „Sie aus der Liste dieser Gegensanktionen auszuschließen, ist eine Frage der Gegenseitigkeit und eines ebensolchen Handelns“, so eine Quelle.

    Dass Freeland auf der russischen Liste für Personen stehe, denen die Einreise nach Russland verboten sei, werde russische Amtspersonen nicht daran hindern, auf internationaler Ebene mit ihr Kontakt zu halten.

    „Wir sind bereit, mit Kanada in allen Richtungen zusammenzuwirken – zur Verbesserung der Beziehungen, zur Einstellung der Sanktionskriege. Aber nicht wir haben angefangen. Ottawa ist nun am Zuge“, hieß es weiter.

    Wie der ehemals UN-Vizegeneralsekretär und heute Vorsitzende des Russischen Gesellschaftlichen Rats für internationale Zusammenarbeit und öffentliche Diplomatie, Sergej Odschornikidse, betonte, habe der Name eines Außenministers in der internationalen Praxis noch nie auf Sanktionslisten gestanden.

    „Das ist meines Erachtens noch nie vorgekommen. Alles wird jedoch von den bilateralen Beziehungen abhängen“, erklärte Ordschonikidse. „Sollten sich die Beziehungen zwischen Russland und Kanada verbessern, werden die Sanktionen gegen sie aufgehoben. Alle diese Listen sind keine ewige Sache.“

    Mehr zum Thema: Kissingers Berater ruft zur Aufhebung der Anti-Russland-Sanktionen auf

    Im März 2014 hatte das russische Außenministerium 13 Amtspersonen, Parlamentsabgeordneten und andere Persönlichkeiten Kanadas mit Sanktionen belegt und ihnen die Einreise nach Russland verboten. Moskau reagierte damit auf Sanktionen gegen einzelne seine Bürger, die Kanada nach der Eingliederung der Krim in den Bestand Russlands beschlossen hatte.

    Chrystia Freeland ist eine kanadische Journalistin und Politikerin ukrainischer Herkunft. Als freie Journalistin arbeitete sie zunächst für „Financial Times“, „The Washington Post“ und „The Economist“ in der Ukraine. Später leitete sie das Moskauer Büro der „Financial Times“. Im Jahr 2013  wandte sie sich der Politik zu und wurde ins kanadische Unterhaus des Parlaments gewählt. Im Kabinett von Justin Trudeau wurde sie im November 2015 Ministerin für internationalen Handel. Sie ist Autorin mehrerer Bücher über Russland und die internationale Politik.

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