10:45 30 März 2017
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    Bessere Stimmung in Uno nach Trumps Antritt? Schweden hofft darauf

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    Schweden hofft, dass der anstehende Machtwechsel im Weißen Haus sich positiv auf die Großwetterlage im UN-Sicherheitsrat auswirkt, wie die „Nesawissimaja Gaseta“ berichtet. Denn die derzeitigen Gegensätze zwischen Russland und den USA stehen laut Außenministerin Margot Wallström einem konstruktiven Dialog innerhalb der Uno im Wege.

    Die momentane Atmosphäre im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sei wegen des zugespitzten Verhältnisses zwischen Moskau und Washington schlecht. „Das hilft in keiner Situation. Das fördert den Dialog nicht“, betonte die schwedische Außenministerin. 

    Schweden sei seit 1. Januar dieses Jahres nicht-ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats und aufgrund der dortigen Stimmung „besorgt“, so Wallström.

    „Würde die neue US-Administration dazu beitragen, die Atmosphäre zu verbessern, wäre das gut – wenn sie nur keine faulen Deals des Friedens wegen eingehen“, betonte die schwedische Außenamtschefin. Stockholm werde seinerseits alles Mögliche unternehmen, um die Lage im Sicherheitsrat zu normalisieren, versicherte sie.

    Verhandlungen, Kompromissbereitschaft und die Suche nach gemeinsamen Ansatzpunkten seien der beste Weg, dies zu erreichen. „Selbst wenn wir uns manchmal nicht einig sind, müssen wir im Sicherheitsrat eine Atmosphäre schaffen, in der wir uns treffen und einen Dialog auf der Grundlage der gegenseitigen Achtung führen und Lösungswege suchen können“, so die Ministerin.

    In den letzten Jahren wurden Sitzungen des UN-Sicherheitsrats nicht selten von einem heftigen Schlagabtausch zwischen russischen und amerikanischen Diplomaten begleitet. So hat Washingtons UN-Botschafterin Samantha Power in der Debatte über die Unterstützung des internationalen Friedens und der Sicherheit am vergangenen Dienstag Russland des Versuches beschuldigt, die Halbinsel Krim zu annektieren. Zudem hat die Diplomatin Moskau vorgeworfen, sein Vetorecht im Sicherheitsrat einzusetzen, um sich von den Folgen „ der schweren Verletzung der Souveränität der Ukraine“ abzuschotten. Überdies hat sie Moskau dafür kritisiert, zwei Resolutionen mit dem Aufruf zu einer Waffenruhe im syrischen Aleppo blockiert zu haben.

    Russlands UN-Botschafter Witalij Tschurkin entgegnete, die „schwere Verletzung“ des Souveränitätsprinzips durch die USA habe „zu schwersten Zuständen in einer ganzen Reihe von Weltregionen geführt“ – unter anderem im Irak, in Libyen und in Syrien. Und die Krise in der Ukraine „wäre nicht passiert, hätten die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten Kiew nicht diktiert, welche Abkommen es wann unterzeichnen muss.“ Die scheidende Obama Administration suche „verzweifelt nach Schuldigen für ihre Niederlagen – wie in der Außen- so auch in der Innenpolitik“, so der russische Diplomat. Es sei zu bedauern, dass auch der Sicherheitsrat „für diese hoffnungslose Tätigkeit“ missbraucht werde, sagte Tschurkin.

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    Tags:
    UN-Sicherheitsrat, Uno, USA, Schweden, Russland
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    Alle Kommentare

    • Piero Doldi
      Die von Witalij Tschurkin gebrauchte Formulierung, "Verletzung des Souveränitätsprinzips durch die USA" und die Auflistung der betroffenen Länder sowie die Folgen, ist schon genial. Der russische UN-Botschafter ist wirklich ein ausgezeichneter Diplomat.

      Man könnte auch knapp sagen, dass sich die USA in den vergangenen Jahr dort ungebeten einmischten und eine ganze Region in Zerstörung, Tod und Armut stürzten, was von den Verteidigern dieser Völkerrechtsverbrechen immer mit viel Umschreibungen, Schuldzuweisungen und Rechtfertigungen zu legitimieren versucht wird.
    • altes.fachbuch
      was hat schweden IN DER ZEIT seiner mitgliedschaft getan, diese zustände zu verhindern??
      stünden die amis alleine da, und hätten nur ihr veto-recht und keine speichellecker, dann wäre die uno auch wieder eine uno!!
    • altes.fachbuchAntwort anPiero Doldi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Piero Doldi,
      den ami kratzt es mehr, wenn seine fahne bloß gestellt wird! diplomatische wortverrenkungen sind da schon kuschelkurs
    • avatar
      KARLSSEN
      Während der nächsten Tagen werden wir eine massive Umwandlung der westlichen Pokitiker in einen erbärmlichen und lächerlichen Haufen von halbdefekten Warmluftgebläsen erleben.
    • avatar
      rkunz
      Eine Voraussetzung dafür, dass es mit der UN aufwärts gehen könnte (Konjunktiv), wäre, dass endlich Jeffrey Feltman, einer der Hauptarchitekten der Kriege gegen Libyen, Syrien, Irak und Jemen, abtritt.

      Ansonsten sollte die UN-Administration den eigentlich in der Charta verankerten Respekt vor der Souveränität der einzelnen Staaten achten, statt Lügen zu Gunsten von NWO-Intrigen zu verbreiten...
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