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    Trumps Russland-Politik: „Unter ungeheurem Druck der Gegner einer Verbesserung“

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    Politik
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    Donald Trump kann die Stimmungen in der politischen US-Elite und die aktuelle „Hysterie“ um Russland nicht ignorieren. Darauf weisen russische Parlamentarier hin, indem sie die erste große Pressekonferenz des designierten Präsidenten analysieren.

    „Nach den jüngsten Äußerungen zu urteilen, stehen sowohl Donald Trump als auch sein Team ungeheuer unter Druck der Gegner einer Verbesserung der Beziehungen mit Russland“, kommentierte Konstantin Kossatschow, Chef des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat (Oberhaus), für die Tageszeitung „Iswestija“.

    Trump hatte auf der Pressekonferenz gesagt, es gebe keinen Reset-Knopf in den Beziehungen mit Russland: „Entweder werden wir uns vertragen oder nicht. Hoffentlich doch, vielleicht nicht – das ist auch möglich“. 

    Kossatschow kommentierte weiter: „Dem designierten US-Präsidenten mangelt es vorerst an Gegenargumenten, um seine Position zugunsten einer Zusammenarbeit mit Russland zu verteidigen. Deshalb manövriert er, nimmt sich Zeit und übt Vorsicht. Ob es zu Veränderungen nach seinem Amtsantritt kommt und wie schnell sie möglich wären, kann im Moment, denk ich, nicht einmal Trump selbst sagen. Die Beziehungen mit den USA werden sich unter Trump jedenfalls nicht leichter gestalten. Doch sie werden pragmatischer sein.“

    Trump hatte auch die Frage nach den Hacker-Angriffen auf die Demokratische Partei beantwortet. Er sagte, Russland habe möglicherweise dahinter gesteckt, Amerika erlebe aber auch Cyber-Attacken durch andere Länder.

    Alexej Puschkow, Mitglied des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses im russischen Föderationsrat, sagte dem Blatt, Trump könne nicht umhin, die Stimmungen in der politischen Elite der USA zu berücksichtigen: „Derzeit werden diese Stimmungen durch die Hysterie um Russland und dessen angebliche Einmischung in die US-Wahlen bestimmt. Obwohl diese Situation künstlich geschaffen wurde, beeinflusst sie direkt Medientöne und Stimmungen im Kongress, wo ein neuer Gesetzentwurf zu Sanktionen gegen Russland eingebracht wurde.“

    „Als designierter Präsident kann Trump die äußerst angespannte Atmosphäre in Sachen Russland sich nicht wegdenken. Dabei bekräftigte er seine Absicht, mit Moskau im Kampf gegen den Terrorismus zusammenzuarbeiten“, so Puschkow.

    „Inwieweit Trump in anderen Bereichen mit Russland kooperieren kann, wird er als Präsident später entscheiden. In der aktuellen äußerst nervösen Situation hätte man aus meiner Sicht kaum mehr Klarheit von Trump erwarten können“, meinte der russische Parlamentarier.

    Er erläuterte: „Man will Trump faktisch zu einer Politik zwingen, die Barack Obama gegenüber Russland betrieben hatte. Trump gibt aber zu verstehen, dass er dieser Politik nicht folgen will. Unter Obama hatte es keine US-Kooperation mit Russland im Kampf gegen den Terrorismus gegeben – nur Gerede. Unter Trump wird es Veränderungen in diesem Bereich geben.“

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    Tags:
    Donald Trump, Alexej Puschkow, USA, Russland
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