10:49 25 Juli 2017
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    Udo Ulfkotte bei Pegida Demonstration in Dresden am 05.01.2015

    Journalistin feiert Tod von Udo Ulfkotte: „Hahaha, darauf ein Schnaps!“

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    Am vergangenen Freitag ist der Journalist und Bestsellerautor Udo Ulfkotte im Alter von 56 Jahren gestorben. Kurze Zeit danach postet die türkischstämmige freie Journalistin Hatice Ince, die für den Spiegel-Ableger „Bento“ schreibt, mehrere Tweets, in denen sie ihre Freude über seinen Tod zum Ausdruck bringt – einer ARD-Journalistin „Gefällt“ das.

    Wenn ein Mensch stirbt, so gilt meist „de mortuis nihil nisi bene“. Nicht aber bei der Journalistin Hatice Ince, die zum Tod Ulfkottes gerne einen anstoßen möchte.

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    Das Jahr habe mit seinem Tod nämlich gut angefangen, so Ince.

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    Unter den ersten Usern, die den Tweet von Ince mit „Gefällt mir“ markierten, war die ARD-Journalistin Julia Rehkopf. Später ist der „Like“ jedoch verschwunden.

    „Gestern hatte ich dem Tweet von Hatice Ince zum Tod von Udo Ulfkotte einen Like gegeben. Es entstand der Eindruck, dass ich mich über den Tod eines Menschen freuen würde. Das ist nicht der Fall“, schrieb die ARD-Journalistin später in ihrem Facebook-Account.  Was sie jedoch tatsächlich zum Ausdruck bringen wollte, „konnte über einen Like nicht klar werden“.

    „Als mir das bewusst wurde, habe ich ihn noch gestern wieder gelöscht. Ich bitte bei allen um Entschuldigung, deren Gefühle ich verletzt habe“, so Rehkopf.

    Sie freue sich nicht über den Tod von Udo Ulfkotte, so wie sie sich über den Tod von niemandem freue, schrieb sie weiter in einem Kommentar. „Dass ich Ulfkottes Publikationen nicht mehr lesen muss, das freut mich.“

    Am Sonntag ruderte auch Ince zurück: In ihrem Blog schrieb sie, dass sie eine „Dummheit“ begangen und „leicht angeheitert getwittert“ habe. Generell begegne sie „einem deutschen Rassisten ebenso kritisch wie einem türkischen, russischen oder sonst irgendeinem“, erklärte sie.

    Sie hätte  aber „den plötzlichen Tod eines Menschen politisiert und hunderte andere Menschen haben wiederum das politisiert – Die hässlichen Seiten des Internets!“.

    Sie werde definitiv in Zukunft besser darauf achten, was sie „im Suff twittere“ oder es auch ganz sein lassen.

    ​Nebenbei bemerkt hat der Twitteraccount von Ince den Zusatz-Nickname „HatinJuce“, was ausgesprochen wie das englische „Hating Jews“ (Ich hasse Juden) oder „Hating Juice“ (Ich hasse Saft) klingt.

    Ulfkotte war lange Jahre als Journalist für die “Frankfurter Allgemeine Zeitung“ tätig. Danach arbeitete er als freier Publizist. Er wurde durch islamkritische, rechtsgerichtete Publikationen bekannt. Medienkritiker und Wissenschaftler beurteilen seine Arbeiten als rechtspopulistisch, islamfeindlich und verschwörungsideologisch.

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    Der Kommentar von Spiegel-Leserservice zu dem Zwischenfall auf Sputnik-Anfrage lautete wie folgt:

    "Über den Tod eines Menschen scherzt man nicht. Für uns ist das selbstverständlich. Wir sagen es trotzdem nochmal, weil eine freie Journalistin am Samstag mit einem Tweet danebengegriffen hat. Diese Journalistin hat auch schon Beiträge für bento geschrieben – zuletzt im September vergangenen Jahres. Mittlerweile hat sie sich in ihrem Blog entschuldigt. „Über den Tod eines Menschen scherzt man nicht“, schreibt sie nun. Das finden wir auch.Sie finden diese Meldung auch auf den anderen Seiten unseres Hauses, sowohl auf Facebook, als auch bei Twitter."

    Tags:
    Bento, Der Spiegel, ARD, Julia Rehkopf, Hatice Ince, Udo Ulfkotte, Deutschland
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