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07:13 16 Oktober 2019
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    Linke-Vizechef Pflüger: Trump und Nato werden sich doch wieder arrangieren

    © AFP 2019 / Jonathan Ernst
    Politik
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    Auch wenn Donald Trump die Nato für obsolet erklärt, wird sich der künftige US-Präsident bald mit dem Bündnis arrangieren, so der stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei Tobias Pflüger Auch die geplante US-Truppenpräsenz in Osteuropa werde sich unter dem neuen Präsidenten nicht ändern.

    An Trumps Kommentaren zur Nato sei zwar viel dran, man müsse aber davon ausgehen, dass sich Donald Trump und das transatlantische Bündnis schon noch lieben werden, so der Friedensforscher.

    „Wenn man sich die Formulierung von Trump genau anguckt, dann sagt er zum Beispiel, die Nato wäre obsolet, weil sie sich nicht um den Terrorismus gekümmert habe, und sie sei obsolet, weil sie vor vielen Jahren für etwas anderes entworfen wurde“, betonte er in einem Interview mit Sputnik-Korrespondent Bolle Selke.

    „Zumindest der zweite Punkt ist ja völlig zutreffend. Die Nato sollte mal das westliche "Verteidigungsbündnis" sein und inzwischen ist aber klar, es ist ein weltweites Interventionsbündnis.“

    Der designierte US-Präsident sage zwar, die Nato sei ihm sehr wichtig, und dass ihm die Finanzverteilung innerhalb der NATO nicht passe. Jetzt, fürchtet Tobias Pflüger, würden aber die EU-Staaten daraus die Konsequenz ziehen und selbst noch mehr Aufrüstung betreiben wollen. Die Analyse des Linken-Politikers lautet jedoch: Trump sei erstens unkalkulierbar und zweitens stellte er die Nato als solches nicht grundsätzlich in Frage.

    Als Friedensbewegung und Linke habe man sich sehr klar gegen die permanente Truppenverlegung der US-Truppen nach Osteuropa positioniert, wie Pflüger betont:

    „Es geht ja dabei um eine permanente Truppenstationierung, was ein offener Bruch der Nato-Russland-Akte ist. Mein Eindruck im Moment ist leider der, dass Trump dort weiter machen wird, wo Obama aufgehört hat. Wenn ich mir die Anhörung seines designierten Verteidigungsministers James N. Mattis im Kongress angucke, dann befindet der sich leider völlig auf der Linie der bisherigen US-amerikanischen Politik, und die bedeutet, dass man diese Aufrüstung gegen Russland will. Das führt genau zu dieser Aufrüstungsspirale, die wir immer wieder kritisiert haben.“

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    Tags:
    NATO, Tobias Pflüger, Donald Trump, USA