09:48 23 September 2020
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    Wo finde ich eine Wohnung? Wie registriere ich mich? Wie heißt nochmal dieses Formular, das ich brauche? treiben wohl jeden Migranten in einer fremden Großstadt um. Die Moskauer Stadtverwaltung kommt Neunankömmlingen nun mit einer liebevoll gestalteten Broschüre zur Hilfe – auch Comichelden fehlen darin nicht.

    Die neue Broschüre enthält viel russischen Text, die wichtigsten Fragen aber werden anhand von Comics erläutert: Märchenfiguren aus der russischen Mythologie geben hilfsbereit Auskunft. Ob Sagenhelden, lebenskluge Schönheiten oder gemeine Schurken – jede Märchengestalt hat dabei ihren eigenen Verantwortungsbereich.

    So begrüßt zunächst einmal der Gründer von Moskau, Juri Dolgoruki, die ankommenden Gäste und zeigt ihnen die Stadt: die wichtigsten Straßen, Gebäude, U-Bahn-Stationen, Kirchen, Synagogen und Moscheen. Der Moskauer Metro ist sogar ein eigenes Kapitel gewidmet. Darin wird anschaulich erklärt, welche Regeln es dort zu beachten gilt und wie man an Fahrkarten kommt. 

    Doch so schön die russische Hauptstadt auch ist, lauern auch hier versteckte Gefahren: Der hinterhältige Koschtschej verspricht den Migranten lukrative Jobs, will in Wirklichkeit aber nur ihre Ahnungslosigkeit ausnutzen und sie zur Schwarzarbeit auf einer der zahlreichen Moskauer Baustellen anstiften. Da kommt die Snegurotschka gerade zur rechten Zeit. Die schöne Assistentin von Väterchen Frost klärt die Einwanderer darüber auf, wo ihre Arbeitserlaubnis noch gilt und wo sie bereits eine neue einholen müssen. Überhaupt ist sie in Amtsfragen sehr versiert und weiß in nahezu jeder Situation Rat – ob bei Einreiseverbot, ungültiger Aufenthaltsgenehmigung oder drohender Abschiebung.

    Aber was nützt die beste Hilfe, wenn man sich nicht verständigen kann? Die weise Wassilissa bringt Migranten die wichtigsten russischen Ausdrücke bei, damit sie sich in Moskau erst einmal zurechtfinden.

    Damit die Einwanderer sich ihres neuerworbenen Wissens auch wirklich sicher sein können, gibt es am Ende der Broschüre die passenden Tests. Der schwerste: Kenntnisse des russischen Verwaltungssystems (da verlieren wohl selbst Einheimische schnell den Überblick). Nur gut, dass die Broschüre die entsprechenden Antworten gleich mitliefert.

    Früheren Informationen zufolge wurden 7,3 Millionen Rubel (umgerechnet rund 115.000 Euro) in die Gestaltung und Herstellung der Infobroschüre investiert.

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    Tags:
    Broschüre, Migranten, Russland, Moskau