17:56 28 März 2017
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    USA gegen Russland bei Fecht-WM (Symbolbild)

    Lediglich „US-Nomenklatura“ sieht Russland als Feind Washington Times

    © Sputnik/ Alexej Filippow
    Politik
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    US-Präsident Donald Trump (2017) (234)
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    Die Ideen von Donald Trump, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren, sind für Teile des US-Staatsapparats grundsätzlich fremd, die ihre Karrieren aufgrund der Ost-West-Konfrontation aufgebaut hatten, schreiben Edward Lozansky und Jim Jatras in ihrem Beitrag für „The Washington Times“.

    Wie die überwiegende Mehrheit der US-Amerikaner — sogar derer, die für ihn nicht gestimmt hätten —  wisse Donald Trump, dass es  besser wäre, freundschaftliche Beziehungen zu Russland zu  unterhalten, als auf einen Konfrontationskurs mit dem Land zu gehen, so die Verfasser des Artikels, der Präsident der American University in Moskau Edward Lozansky und der außenpolitische Berater der Republikaner-Fraktion im US- Senat Jim Jatras.

    „Die ganze Geschichte  der Beziehungen  zwischen den USA und Russland beweist: Wenn wir zusammenarbeiten, ist es eine Win-Win-Situation für alle."

    Allerdings sei für die Feinde von Trump, die sich in dem, wie der designierte US-Präsident das bezeichnet habe, „Washingtoner Sumpf" verstecken, Russland offensichtlich  als Feind nützlicher. Wer damit nicht einverstanden sei, sei entweder von Putin angeworben worden oder von der Kreml-Propaganda zombiert.

    Seit 30 Jahren hätten alle russischen Staatschefs, angefangen mit Michail Gorbatschow bis hin zu Wladimir Putin, „an Washingtons Tür geklopft" und darum gebeten, als Freund und Verbündeter wahrgenommen zu werden. Alles umsonst:  Als Gegenleistung für die freiwillige Auflösung des Warschauer Paktes  und der Sowjetunion, den Verzicht  auf die  kommunistische Ideologie,  die Hilfe  bei der Bekämpfung des Terrorismus hätten die Russen die Aufhebung des ABM-Vertrages, Regimewechsel und „bunte Revolutionen" in den Nachbarländern, Bombenangriffe in Serbien, wütende Dämonisierung in den Medien, Sanktionen, Stationierung von „defensiven"  Flugkörpern  in Osteuropa sowie auf einander folgende Runden der Nato-Osterweiterung bekommen.

    „Russland will Krieg! Sehen sie, wie nah die Russen ihr Land an unsere Militärstützpunkte geschoben haben!",  spotten die Verfasser über die gängigen Parolen der Anhänger der Konfrontation  mit Russland. 

    Dabei  rufe der „Washingtoner Sumpf" immer wieder, Moskau habe sich selbst diese Unannehmlichkeiten  durch sein aggressives Vorgehen in der Ukraine und in Syrien zugefügt. Allerdings sei die Initiative des Westens zur Verschlechterung der Sicherheitslage Russlands sofort nach der Auflösung des Warschauer Paktes und dem Zerfall der Sowjetunion eingeleitet worden. Zurzeit sei aber Russland ziemlich stark, um Widerstand zu leisten.

    Die Verfasser fragen sich: Was würden die USA unternehmen, falls  Moskau  beziehungsweise Peking versucht  hätte, die US-freundliche Regierung in Mexiko zu stürzen und das Land in ein Anti-US-Bündnis zu verwickeln? Und was Syrien anbetreffe: Warum wolle Washington Ländern wie Katar und Saudi-Arabien helfen,  die säkulare Regierung in Syrien zu stürzen und diese mit irgendwelchen Dschihadisten zu ersetzen?

    Dabei nehme die US-Bevölkerung mit steigendem Skeptizismus und Spott die hysterische Kampagne unter dem Motto „Es waren die Russen, die es taten!", die von dem Apparat des scheidenden Präsidenten, der politisierten Nachrichtendienstgemeinschaft, dem Außenamt und von den Mainstream-Medien unterstützt werde. 

    Dennoch seien die Zyniker davon überzeugt, dass die Initiative des neugewählten Präsidenten, die Beziehungen zu Russland zu verbessern, „an denselben Felsen" scheitern werde, wie die ursprünglichen Pläne seiner Vorgänger. Schließlich habe George W. Bush behauptet, er habe in die Seele  von Putin geschaut, und Barack Obama habe einen Neustart im Verhältnis zu Russland versprochen. Auch Trump werde sich überzeugen, dass die „uranfängliche  russische Aggressivität" und die „vom KGB bedingte Gewalttätigkeit von Putin" unverbesserlich seien.

    Solche Analytiker vergäßen aber, dass weder Bush noch Obama tatsächlich danach  gestrebt  hätten,  die Gründe der Unzufriedenheit von Moskau zu behandeln oder  die Sicherheitsinteressen  Russlands  zu respektieren. „Sie hofften einfach darauf, dass Lächeln und Händeschütteln Russland  überzeugen sollten, die Hegemonie von Washington und  den untergeordneten Status Moskaus  anzunehmen." Als Unternehmer werde sich Trump aber damit besser auseinandersetzten, so die Verfasser des Artikels. 

    Trump habe versprochen, den „Washingtoner Sumpf" trockenzulegen, in dem die größten und schlimmsten Alligatoren die Mitglieder der US-Version der einstigen sowjetischen Nomenklatura seien. Ganze Generationen  von lukrativen Karrieren seien auf der Ost-West-Konfrontation sowie der Bewaffnung und Ausbildung  der islamistischen Extremisten während der Regimewechsel in den Kriegen wie in Libyen  und Syrien aufgebaut worden. Um ihre Macht und  ihre Einkünfte aufrechtzuerhalten, auch wenn sie dabei Gefahr laufen würden, einen Krieg  mit Russland zu entfesseln,  wollten diese „Mitglieder der US-Nomenklatura"  Trump neutralisieren, bevor er  sie packen werde.  Und wer in diesem Kampf den Sieg erringen werde, sei  bislang noch unklar, schreiben  die Verfasser abschließend.

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    US-Präsident Donald Trump (2017) (234)

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    Beziehungen, Donald Trump, USA, Russland
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    Alle Kommentare

    • Isnogud
      Langsam werden die Amerikaner wach, ganz langsam.
    • avatar
      Joesi
      ....und wer diese sind ist jedem klar!
      Die internationale Staatengemeinschaft muß nun Korruption und Kapitalfluß schärfer ächten!
    • Piero Doldi
      Die USA haben die Macht, nehmen sich das Recht und maßen sich die Deutungshoheit über die Welt an. Es ist die Arroganz der Macht, die Teile der Welt in Trümmer legen muss, damit sie weiter Einfluss ausüben kann.
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