02:33 20 November 2019
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    Weltwirtschaftsforum in Davos

    Versagen der Globalisierung: „Sekte von Finanziers und Geldsäcken“

    © REUTERS / Laurent Gillieron/Pool
    Politik
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    Anstatt die Welt gerechter zu machen, hat die Globalisierung zahlreiche Probleme verursacht und keine wirksamen Lösungen angeboten. Die Welt will nicht mehr global sein. Dementsprechend geht auch der Einfluss des Weltwirtschaftsforums in Davos zurück, wie der russische Politik-Experte Alexej Martynow feststellt.

    In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“ schreibt Martynow, das Weltwirtschaftsforum in Davos sei wohl das letzte Bollwerk des Globalismus. Es entstehe aber der Eindruck, dass dieses Forum seinen einstigen Einfluss einbüße, denn die Idee der Globalisierung erlebe derzeit einen Zusammenbruch.

    „Die Weltpolitik hört auf, global zu sein. Die Globalisierung hat einen bösen Streich mit der Welt gespielt. Sie lief auf die politische und Migrationskrise in Europa hinaus, aber auch auf den Brexit in Großbritannien und den Trumpsit in den USA (…) Was am wichtigsten ist: Die USA haben ihre Rolle als Lokomotive der weltweiten Globalisierung eingebüßt“, so Martynow. 

    „Auf der aktuellen alarmierenden Agenda gibt es vorerst keine Frage, zu der die Globalisten eine passende wirksame Lösung anbieten könnten. Sie sind nicht in der Lage, Antworten auf die Herausforderungen der letzten Jahre zu finden – von der drastisch zunehmenden Vermögens-Ungleichheit bis hin zum drohenden Verlust der europäischen Identität unter dem Ansturm der Millionen-Horde andersgläubiger Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und aus Nordafrika“, heißt es im Kommentar.

    Im aktuellen Jahresbericht des Weltwirtschaftsforums gelte der weitere Anstieg der finanziellen und sozialen Ungleichheit als einer der wichtigsten Risiko-Trends. Die Welt habe also eine weitere Polarisierung der Gesellschaft zu erwarten, stellt Martynow fest.

    Das Konzept der Globalisierung habe dabei ganz andere Ziele verfolgt, und zwar den „Aufbau einer gerechten und sich nachhaltig entwickelnden Welt, um jeden Menschen glücklich zu machen“.

    „Doch unter der wachsamen Patronanz der USA haben die Bemühungen der internationalen staatsübergreifenden Bewegung innerhalb des letzten Vierteljahrhunderts das Gegenteil bewirkt. Die Welt wurde schlechter, ungerechter und gefährlicher, was die globalistischen Priester in ihrem Bericht feststellen“, so Martynow weiter.

    Er betont, die internationale Gemeinschaft sei derzeit auf der Suche nach neuen Entwicklungswegen: „Obwohl riesige Mittel und Vermögenswerte in den Händen der Globalisten konzentriert sind, zeigt die Praxis, dass die nationsübergreifende Sekte von Finanziers und Geldsäcken nicht in der Lage ist, die Weltentwicklung zu steuern (…) Die Welt hat sich verändert und will nicht mehr global sein.“

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    Tags:
    Weltpolitik, Alexej Martynow, USA, Davos