06:42 17 Dezember 2018
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    Sammlung der Ausstellungsexemplare „Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres“

    Skythen-Gold: Krim-Museen fechten Entscheidung zur Übergabe an Ukraine an

    © AP Photo / Allard Pierson Museum
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    Die Krim-Museen haben gegen die Entscheidung des Bezirksgerichts Amsterdam, die Skythen-Gold-Sammlung der Ukraine zu übergeben, Berufung eingelegt. Dies teilte die Anwältin Anastassija Sawizkaja, die die Interessen der Krim-Museen vor Gericht vertritt, der Agentur RIA Novosti am Mittwoch mit.

    Wie die Juristin konkretisierte, wurde am 16. Januar eine Appellation in Kurzfassung eingereicht, ihr erschöpfender Text soll später vorgelegt werden. Das Gericht wolle die Fristen für die Prüfung des Einspruches mitteilen.

    Die Skythen-Gold-Sammlung aus vier Museen der Krim war im Februar 2014 — kurz bevor sich die Halbinsel mit Russland wiedervereinte — zur Ausstellung „Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres“ in das Allard Pierson Museum – das archäologische Museum der Universität von Amsterdam – gebracht worden. Diese Sammlung umfasst 583 Artefakte aus dem 4. Jahrhundert vor bis ins 7. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung. Es handelt sich um Schmuckgegenstände, Geschirr, Waffen und Kleinplastiken, die bei Ausgrabungen auf der Krim gefunden wurden, weshalb man auch vom Krim-Gold spricht. Lediglich 19 der für die Ausstellung in Amsterdam bereitgestellten Exponate stammten aus der Sammlung eines Kiewer Museums.

    Der Streit zwischen Moskau und Kiew über die Zugehörigkeit der Skythen-Gold-Sammlung war entstanden, nachdem die Krim im Ergebnis des dort am 16. März 2014 durchgeführten Referendums wieder in den Bestand Russlands aufgenommen worden war.

    Mitte Dezember 2016 hatte das Bezirksgericht Amsterdam entschieden, diese Ausstellungsexemplare der Ukraine zu übergeben. Es begründete sein Urteil damit, dass die Krim kein Staat sei und ihr Recht auf die Kunstobjekte nicht geltend machen könne. Somit müsse die Entscheidung, wem die Artefakte zurückzugeben seien, ein ukrainisches Gericht treffen, sobald sich diese Objekte auf dem Territorium der Ukraine befänden.

    Das Gericht verpflichtete außerdem die Ukraine, dem Museum in Amsterdam 111.000 Euro für die zeitweilige Aufbewahrung des Skythen-Goldes zu zahlen. Weitere 2.800 Euro sollen die Krim-Museen zahlen, um die entstandenen Kosten zu ersetzen.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte die Entscheidung des niederländischen Gerichts mit den Worten begrüßt „die Krim ist unser“. Wie er äußerte, hat der Gerichtsbeschluss gezeigt, dass nicht nur diese Goldsammlung, sondern auch die Halbinsel selbst der Ukraine gehöre.

    Russlands Kultusminister Wladimir Medinski bezeichnete die in Amsterdam getroffene Gerichtsentscheidung indes als „beispiellos“ und erklärte, die Übergabe des Skythen-Goldes an die Ukraine werde ein „Diebstahl“ sein.

    Wie der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte, würden sich mit diesem Thema die zuständigen russischen Behörden befassen.

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    Tags:
    Skythen-Gold, Russland, Ukraine, Niederlande, Krim