05:48 20 September 2017
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    Treffen des italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Berlin

    Gentiloni erörtert mit Merkel mögliche Wiederherstellung der G8 mit Russland

    © AFP 2017/ John Macdougall
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    Italiens Behörden erwägen die Möglichkeit einer Einladung des russischen Präsidenten zum G7-Gipfel am 26./27. Mai in der italienischen Küstenstadt Taormina. Darüber berichtet die Agentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf die italienische Zeitung „Corriere della Sera“.

    Dieses Thema war der Zeitung zufolge zuvor beim Treffen des italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Berlin zur Sprache gekommen.

    „Der Vorschlag liegt  tatsächlich ‚auf dem Tisch‘“, ergänzte eine Quelle der Zeitung gegenüber.

    Allerdings sei man dort gegen diesen Schritt aufgetreten und habe dies mit der unveränderten und sehr angespannten Lage in der Ukraine begründet. Von deutscher Seite habe es geheißen, die Einladung des Präsidenten Putin würde bedeuten, dass man das Geschehene auf der Krim und die Logik der Abgrenzung der Einflusssphären anerkenne.

    Die Seiten wären übereingekommen, die Erörterung dieser Frage solange aufzuschieben, bis US-Präsident Donald Trump erste Schritte in seinem Amt unternommen habe, schreibt „Corriere della Sera“.

    Wie in diesem Zusammenhang der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte, ist dem Kreml nichts über die Absicht der italienischen Regierung bekannt, Putin zum G7-Gipfel im Mai einzuladen.

    „Es ist nichts bekannt, zudem gab es auch keinerlei Erklärungen der italienischen Regierung. Die Position der russischen Seite hinsichtlich der G7 und einer Zweckmäßigkeit der Teilnahme an diesem Format ist ebenfalls bestens bekannt", sagte der Kreml-Sprecher.

    Der italienische Außenminister Angelino Alfano, dessen Land jetzt den Vorsitz in der G7 innehat, hatte am 12. Januar eine Rückkehr Russlands in dieses Format nicht ausgeschlossen.

    Die G8 existierte seit 1998. 2014, als Russland den G8-Vorsitz innehatte, beschlossen sieben führende Nationen, den nach Sotschi einberufenen G8-Gipfel zu boykottieren, und tagten ohne Russland in Brüssel. Sie würden nicht mit Russland kooperieren, solange Moskau seine Politik in Bezug auf die Krim nicht ändere, hieß es damals aus Brüssel.

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    Tags:
    G8, G7, Paolo Gentiloni, Angela Merkel, Italien, Russland
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