02:58 25 März 2017
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    Wegen „russischer Gefahr“: Briten üben erstmals Panzertransport durch Eurotunnel

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    Der Bahntunnel unter dem Ärmelkanal zwischen Großbritannien und Frankreich ist erstmals militärisch genutzt worden: laut der britischen Zeitung „The Telegraph“ sind mehrere britische Panzer und Panzerfahrzeuge auf diesem Weg von der Insel auf das Festland gebracht worden – im Rahmen einer Übung „für den Fall einer Krise mit Russland“.

    Wie die Zeitung am Donnerstag schreibt, sind insgesamt fünf Einheiten Panzertechnik nach Frankreich und wenige Stunden danach zurück transportiert worden.

    Laut Quellen im britischen Verteidigungsministerium hatte es solche logistischen Übungen per Eisenbahn seit dem Kalten Krieg nicht mehr gegeben, und deswegen hätten die Militärs diese Fähigkeiten nahezu verloren. Zudem seien wegen der Kürzung des Militäretats in den letzten Jahren viele Verkehrsspezialisten der Militärbehörde entlassen worden. Dabei fanden die meisten Militäreinsätze der Briten weit weg von ihren eigenen Grenzen statt – in Afghanistan und im Irak, und bei Entfernungen in dieser Größenordnung sei die Militärtechnik natürlich per Luft oder per See transportiert worden.

    Laut britischen Reportern wurde die Bahnbeförderung der Panzer im Rahmen einer Nato-Konzeption zum schnellen Reagieren „im Falle einer Russland-Krise“ geübt. Es wird erwartet, dass London in den kommenden zwei Jahren seinen Stützpunkt in Deutschland endgültig schließen und seine Kräfte aus der Bundesrepublik abziehen wird.  Dann könnte Großbritannien aber nicht mehr seine Soldaten und Technik nach Osteuropa durch das Land transportieren, falls Einsätze und Aufgaben der Nato so etwas erfordern würden.

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    „Die Streitkräfte haben einen Test der Zuverlässigkeit des Eurotunnels für die Beförderung von Technik und Waffen auf das europäische Festland erfolgreich durchgeführt und dadurch die bestehenden Optionen der Beförderung wesentlich erweitert“, sagte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums.

    In Moskau hatte man öfter darauf verwiesen, dass die Nato die so genannte „Gefahr aus dem Osten“ erfindet und die Situation um die Übungen Russlands künstlich anspannt, die allen internationalen Regeln entsprechen, weil ausländische Militärattachés darüber rechtzeitig benachrichtigt werden. „Dieses Problem wurde künstlich politisiert, denn die Nato politisiert künstlich auch andere Aspekte der russischen Militärpraxis“, sagte im November Russlands Nato-Botschafter Alexander Gruschko. „Das wird nur getan, um die so genannte ‚Gefahr aus dem Osten‘ zu begründen, obwohl allen vernünftigen Europäern absolut klar ist, dass es sich dabei um eine Gefahr handelt, die es gar nicht gibt.“

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    Tags:
    Panzer, Kalter Krieg, NATO, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland
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