14:18 23 November 2017
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    Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault (Archivbild)

    Paris distanziert sich von USA-Hörigkeit - Ayrault

    © REUTERS/ Philippe Wojazer
    Politik
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    Paris verfolgt weiter eine unabhängige politische Linie und benötigt keine Hinweise seitens der neuen US-Administration, wie der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault am Freitag gegenüber dem Radiosender Europe1 mitteilte.

    „Für Frankreich besteht keine Notwendigkeit, den USA zuzuhören, was es tun soll. Frankreich ist ein unabhängiges Land mit einer unabhängigen Außenpolitik, mit seiner eigenen Politik im Verteidigungsbereich. Es ist unter anderem ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates“, so der Minister.    

    Paris und Washington müssten allerdings eine Reihe von Fragen besprechen. Dennoch würde die aggressive US-Position in diesem Fall eine Weiterentwicklung verhindern, anstatt zur Normalisierung der französisch-amerikanischen Beziehungen beizutragen.

    „Wir brauchen ein starkes Europa, weil jetzt ein neues System internationaler Beziehungen aufgebaut wird“, betonte Ayrault. Alle EU-Länder müssten sich seiner Meinung nach an der Diskussion über die künftigen Beziehungen zu den USA beteiligen.

    Gründliche Dossier-Arbeit und Diskussion

    Sowohl Frankreich als auch die USA sollten in Zukunft an allen Dossier gründlich arbeiten, besonders wenn es um die Ukraine, Russland oder Syrien geht.

    „Paris unterstützt eine diplomatische, aber keine militärische Lösung des Syrien-Problems. Wir hoffen, dass in der kommenden Woche in Astana der Grundstock für einen politischen Dialog gelegt wird“, so Ayrault.

    „Wenn Trump sagt, dass er eine neue Allianz mit Russland bilden wolle, ist mir unklar, wie er dies schnell in die Tat umsetzen wird.“

    „Das Geschehen ist ja keine Fernsehserie, sondern reale Politik. Nun muss Trump das Land real regieren, was durchaus nicht einfach ist“, sagte der Politiker.     

    „Es gibt viele Themen, die wir zu besprechen haben und die Donald Trump selbst in seinem Interview mit europäischen Medien aufgeworfen hat. Das heißt, dass man folgendes klären muss: Die Beziehzungen der USA zu Europa, zur Nato, die Position zur Bekämpfung des Terrorismus, die Beziehungen der USA zu Russland und China, der Standpunkt zum Iran-Problem, die Stellungnahme zum Klimavertrag von Paris.“

    Zudem bezeichnete der Minister Frankreich als US-Verbündeten

    Kontaktaufnahme zur künftigen US-Administration  

    Sobald Rex Tillerson offiziell sein Amt als Außenminister antreten wird, werde ich Kontakt mit ihm aufnehmen und ihn nach Paris zu Verhandlungen einladen. Unter anderem können wir uns im Rahmen internationaler Treffen, darunter auch des G20-Gipfels im Mai-Juni, treffen. Außerdem findet im Februar in Bonn ein Treffen der G20-Außenminister statt. Dieses kann als unser erstes offizielles Treffen mit Tillerson dienen. Wir pflegen bereits Kontakte mit der künftigen US-Administration“, unterstrich Ayrault.

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    Tags:
    Beziehungen, G20, Europe1, Rex Tillerson, Donald Trump, Jean-Marc Ayrault, Iran, China, Russland, Kasachstan, Syrien, USA, Frankreich
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