00:29 23 Februar 2020
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    Der Chef des Instituts für Perspektiven und Sicherheit in Europa (IPSE), Emmanuel Dupuy, hat in einem Interview mit Sputnik die Aussichten von François Hollande, neuer Präsident des EU-Rates zu werden, bewertet.

    Der  französische Präsident François Hollande, der auf eine zweite Amtszeit verzichtet hat, soll sich zurzeit nach einem neuen Job umsehen. Laut der Zeitung „Le Parisien", die sich auf ihre dem Élysée-Palast nahe Quellen beruft, hat er den Posten des Präsidenten des Europäischen Rates im Auge, den gegenwärtig der ehemalige polnische Ministerpräsident Donald Tusk bekleidet. Die Amtszeit  von Tusk läuft im Mai ab, wenn auch der heutige französische Staatschef aus dem Amt scheiden soll.

    Der unerwünschte Hollande?
    © Sputnik / Vitaliy Podvitskiy

    Solche Behauptungen hält Dupuy in einer bestimmten Hinsicht für berechtigt: Wenn das Mandat des Präsidenten der Republik ablaufe, müsse der scheidende Staatschef über ein neues Amt nachdenken, das seinem alten wenigstens gleichwertig sein sollte, sagte er.

    Die Annahme, dass Hollande zum neuen Präsidenten des Europäischen Rates werden könnte, tauche zwar vielleicht immer wieder auf, sagte Dupuy, habe aber keine wirklichen Chancen. Denn erstens müsse der nächste französische Präsident die Kandidatur unterstützen. Falls aber François Fillon Präsident werden sollte, werde er selbstverständlich nicht François Hollande, sondern wahrscheinlich Nicolas Sarkozy zur Seite stehen.

    Außerdem setze das „Spiel des politischen Gleichgewichts" voraus, dass sich die drei wichtigsten EU-Ämter derzeit in den Händen von Politikern der rechten Flanke befänden. Man argumentiere die eventuelle Wahl von Hollande, indem man sagt: Das Gleichgewicht  in Europa fordere, dass wenigstes eines von diesen Ämtern durch einen nicht-konservativen Politiker bekleidet werden solle, so Dupuy.

    „Dabei vergessen wir jedoch, dass die meisten Spitzenpolitiker in den 28 EU-Ländern dem rechten Lager angehören. Ich sehe also keine  objektive Möglichkeit für François Hollande, diesen Posten berechtigt zu beanspruchen".

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    Tags:
    Präsident, EU-Rat, François Fillon, Donald Tusk, François Hollande, Europäische Union, Frankreich