20:50 22 August 2017
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    „Offene Anbiederung an Trump“ : Gysi kritisiert Europas Rechte - Sputnik-Exklusiv

    © REUTERS/ Hannibal Hanschke
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    Sie zeigen Stärke, die sie nicht haben, sie bieten einfache Auswege durch Wut auf Schwache. So kritisiert Gregor Gysi, Präsident der Europapartei Europäische Linke, im Sputnik-Exklusiv-Interview den Rechtsnationalismus des US-Präsidenten Donald Trump und der Parteien „Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF) im EU-Parlament.

    Er sei froh, so Gysi gegenüber Sputnik, dass in den USA Millionen gegen Trump auf die Straße gehen, „ebenso wie in Europa gegen Rechtspopulisten, die sich nicht scheuen, mit Nazis gemeinsame Sache zu machen.“ Auch am Samstag in Koblenz sei dem ENF-Gipfel ja „massiver Protest“ entgegengeschlagen. Eine echte alternative Bewegung für Europa sieht er in diesen Parteien nicht.

    „Die Rechtspopulisten versuchen, sich als europaweite Bewegung zu inszenieren und damit eine Stärke zu suggerieren, die sie bisher nur punktuell haben. Besonders deutlich wurde dies mit der offenen Anbiederung an US-Präsident Trump. Wenn der sein Programm des Egoismus, des Nationalismus und der Abschottung durchzieht, werden doch genau diejenigen die ersten Leidtragenden sein, die AfD und Co. zu vertreten vorgeben“, ist Gysi überzeugt.

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    Ihre Antworten sind Gysi zu einfach: „Die Rechtspopulisten bieten einen scheinbar einfachen Ausweg, indem sie einerseits die Wut auf die Eliten schüren und andererseits Sündenböcke präsentieren, die an allem Schuld seien, insbesondere die Schwächsten, die Flüchtlinge.“

    Am Samstag trafen sich Spitzenpolitiker der Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF) im EU-Parlament in Koblenz, um ihre Meinungen und Standpunkte zu den aktuellen politischen Vorgängen in der Welt auszutauschen. Neben Front-National-Chefin Marine Le Pen und AfD-Bundessprecherin Frauke Petry kamen auch der Chef der italienischen Lega Nord, Matteo Salvini, und der Vorsitzende der niederländischen Partei für Freiheit, Geert Wilders, nach Rheinland-Pfalz.

    (Der Wortlaut des Interviews kommt demnächst.)

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    Tags:
    Frauke Petry, Donald Trump, Gregor Gysi, Marine Le Pen, Deutschland, USA
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