14:50 18 August 2017
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    Donald Trump

    Zeigt der neue US-Staatschef Merkel die kalte Schulter?

    © Flickr/ Gage Skidmore
    Politik
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel sucht verzweifelt nach Kontakten mit der Administration des neuen US-Präsidenten, doch diese zeigt ihr die kalte Schulter, behauptet das Nachrichtenportal „Handelsblatt Global“. In Berlin gebe es unter anderem keine Illusionen mehr: Trump werde sich als Präsident genauso benehmen, wie er es versprochen habe.

    Während ihrer elfjährigen Amtszeit ist es Merkel laut dem Portal gelungen, Beziehungen mit zwei US-Präsidenten – George W. Bush und Barack Obama – aufzubauen. Doch mit dem Republikaner Donald Trump läuft es nicht so glatt.

    Diesen habe Merkel noch nie getroffen und wisse nur sehr wenig über ihn, bis auf die Tatsache, dass er ihre Flüchtlingspolitik für einen „katastrophalen Fehler“ hält. Wie aus dem Artikel hervorgeht, bemüht sich das Bundeskanzleramt zurzeit darum, ein Treffen zwischen Merkel und Trump in Washington zu organisieren. Trumps Schwiegersohn und enger Berater, Jared Kushner, soll dabei als Gesprächspartner auftreten.

    Bislang blieben jedoch alle diplomatischen Versuche, Kontakt mit der neuen US-Administration aufzubauen, erfolgslos. Trump scheine überhaupt kein Fan von diplomatischen Kanälen zu sein, wenn es darum gehe, seine Meinung zu äußern.

    „Herr Trump hat die Nato öffentlich als ‚veraltet‘ abgelehnt, den deutschen Autobauern mit einem 35-prozentigen Zoll gedroht und vermutet, dass andere Länder die Europäische Union verlassen würden“, schreibt „Handelsblatt Global“.

    In diesem Zusammenhang betont das Portal, Merkels Team habe bereits den Schein aufgegeben, dass der neue US-Präsident sich mehr wie ein Staatschef benehmen werde, sobald er seine Arbeit im Oval Office beginne.

    „Niemand von uns glaubt das mehr. Die Amerikaner und die Welt werden den Trump erhalten, den sie gewählt haben“, wird eine Quelle aus dem Beraterkreis der deutschen Kanzlerin zitiert.

    Einem Artikel des „Spiegels“ von Montag zufolge sucht die Bundesregierung zurzeit nach einer Antwort, was Trump für Deutschland bedeutet. So stürze man sich dieser Tage im Kanzleramt auf alles, was den Republikaner „ein bisschen begreifbarer machen könnte. Auch Kanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich schreckt dabei nicht vor dem ‚Playboy‘ zurück“. Dabei gehe es um die März-Ausgabe von 1990, in der der damals 43-jährige Trump in einem Interview erläutere, wie er die Welt sehe.

    Auch der „Spiegel“ vermutet: Die Bundeskanzlerin bemühe sich, den US-Präsidenten bald persönlich zu treffen, jedoch gebe es bislang nach offiziellen Angaben aus der Bundesregierung keine konkreten Pläne. In Washington könne es dabei andere Prioritäten geben. So treffe Trump am Freitag als ersten ausländischen Gast die britische Premierministerin Theresa May. Unter anderem habe der Republikaner bereits seinen tschechischen Amtskollegen Milos Zeman eingeladen, was unter Barack Obama kaum vorstellbar gewesen wäre.

    In diesem Zusammenhang fragt sich der „Spiegel“, ob Trump somit nicht versuche, Berlin „seine Grenzen aufzuzeigen“ und Merkel „gerade in der Anfangszeit mit demonstrativer Nichtbeachtung zu begegnen, um sie zu verunsichern“.

     

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    Tags:
    Donald Trump, Angela Merkel, Deutschland, USA
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