12:17 23 August 2017
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    Der französische Präsident Francois Hollande

    Pfeift Hollande auch auf zweite Sozialisten-Vorwahl?

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    Frankreichs Präsident François Hollande will in der zweiten Vorwahlrunde der Sozialisten und ihrer Anhänger, die am 29. Januar geplant ist, nicht mit abstimmen, wie der französische private Radiosender RTL unter Verweis auf eigene Quellen berichtet.

    „Die Linken haben sich jetzt in zwei Zweige geteilt: Die Wähler werden nun zwischen Benoît Hamon und Manuel Valls wählen müssen. Eine Wahl, die unseren Informationen nach François Hollande nicht treffen wird“, heißt es in der Online-Meldung von RTL.

    Die Abstimmung in der ersten Vorwahlrunde hatte Hollande bereits wegen eines Arbeitsbesuchs in Chile verpasst.

    „Dieses Mal hat er keinerlei Rechtfertigungen, keine Auslandsreise. François Hollande wird in Paris sein, aber nicht zur Abstimmung für seinen Ex-Bildungsminister oder Ex-Premier gehen. Ganz sicher hat es der Bewohner des Élysée-Palastes abgelehnt, sich in die Vorwahlen einzumischen“, meldet der Sender.

    Bei den Debatten, die der ersten Abstimmungsrunde vorausgegangen wären, habe Hollande bereits ein kühles Verhältnis gegenüber seinen Parteifreunden und potentiellen Nachfolgern demonstriert. Er habe beispielsweise einen Theaterbesuch einer dieser Debatten vorgezogen, heißt es. Nachdem er wegen seiner Chile-Reise nicht an der ersten Abstimmung teilgenommen hatte, rätselten die Politologen bereits, wohin er sich beim nächsten Mal begeben würde – zum Eiskunstlaufen, ins Kino oder zum Fußball?

    Ein solches Verhalten Hollandes hätten viele als unverantwortlich gewertet, gehe es doch um seine politische Familie, denn in der Sozialistischen Partei habe er sich zum Politiker entwickelt und sie elf Jahre lang geführt (von 1997 bis 2008), und gerade sie habe ihn zum Präsidenten Frankreichs gewählt.

    Wie Hollande am 1. Dezember erklärte, stehe er für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung, da ihm klar sei, dass seine Kandidatur „die Einheit der linken Kräfte in Frankreich gefährden kann“. Mehrere Tage später war dann bekannt geworden, dass Valls kandidieren wolle, der deshalb extra als Premierminister zurückgetreten sei.

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