17:50 17 Februar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    12599
    Abonnieren

    Russland ist über die Stationierung von Interkontinentalraketen vom Typ Dongfeng-41 (DF-41) in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang beunruhigt. Dabei handelt es sich um die ersten chinesischen Interkontinentalraketen, die maximal zehn Mehrfachsprengköpfe bis zu 14.000 Kilometer weit tragen können, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Chinesische Interkontinentalraketen wurden offensichtlich bereits im Nordwesten des Landes, in Xinjiang, also ebenfalls unweit der Grenzen zu Russland, aufgestellt. In diesem Zusammenhang ist jedoch die Tatsache wichtig, dass es sich um Interkontinentalraketen handelt. Sie sind für einen Schlag gegen die USA bestimmt.

    Der kürzeste Weg für Raketenangriffe auf die USA verläuft über die Arktis. China will die Interkontinentalraketen deshalb möglichst weit im Norden stationieren, und macht das auch. Ein bedeutender Teil Russlands ist für die DF-41-Raketen unerreichbar. Die Zahl dieser Raketen in China liegt bei höchstens 20 Stück. Zudem gibt es rund 50 ältere Interkontinentalraketen des Typs DF-5.

    Diese zwei Raketentypen bilden das gegen die USA gerichtete Raketenarsenal Chinas. Für Schläge gegen Russland sind diese Raketen nicht brauchbar. Mittel- und Kurzstreckenraketen sind in diesem Fall erforderlich, die die Sowjetunion und die USA laut dem INF-Vertrag aus dem Jahr 1987 vernichtet hatten. Auf andere Länder, darunter China, dehnt sich dieser Vertrag nicht aus.

    Bei den chinesischen Raketentruppen gibt es zwei Typen von Raketen (etwa jeweils 60 Stück jedes Typs), die formell als Interkontinentalraketen gelten, de facto aber Mittelstreckenraketen sind: Dongfeng —4-Raketen (Reichweite 5500 bis 7000 Kilometer) und modernere DF-31-Raketen (7000 bis 12000 Kilometer mit drei Gefechtsköpfen). Diese Raketen könnten jeden Ort in Russland erreichen.

    Als Mittelstreckenraketen gelten die neusten Raketen Dongfeng-21 (2500 bis 3000 Kilometer), von denen es rund 300 Stück gibt, und Dongfeng —26 (3500 bis 4000 Kilometer), die erst noch an das Militär ausgeliefert werden.

    Russland hat keine Analoga für DF-4, DF-31, DF-21, DF-26, weil dies durch den INF-Vertrag verboten ist. Zur Abschreckung Chinas hat Moskau nur Interkontinentalraketen, deren Reichweite zu groß ist und zur Abschreckung der USA bestimmt sind.

    US-Präsident Donald Trump sprach von einem möglichen „guten Deal“ mit Russland, der einen weiteren Abbau der Atomwaffen im Tausch gegen die Aufhebung der Sanktionen vorsieht. Allerdings ist klar, dass die Sanktionen nicht so schrecklich sind, um sie gegen die nationale Sicherheit zu tauschen. Ein „guter Deal“ ist für Russland nur in einem Fall möglich – falls in den Abbau der Atomwaffen auch andere Atommächte einbezogen werden (zumindest die drei offiziellen Atommächte, also Großbritannien, Frankreich und China).

    Dabei muss sich der INF-Vertrag auf sie ausdehnen. Andernfalls wird jeder Deal für Russland schlecht sein. Washington und Peking können sich einen Schlagabtausch liefern, Moskau und Peking erzählen der ganzen Welt von ihren „beispiellos guten Beziehungen“. Doch dabei sind 90 Prozent des chinesischen Raketen- und Atompotentials gegen Russland und nicht gegen die USA gerichtet. Dies sollte man in Zukunft berücksichtigen.

     

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Rivalen wie Russland und China…“ - Obamas letztes Aufbäumen vorm Abgang
    US-Raketenabwehr in Asien: Russland und China schließen sich zusammen
    Neue Anti-Schiffs-Rakete in China vorgestellt
    China lässt Stationierung von US-Raketenabwehr in Südkorea nicht unbeantwortet
    Tags:
    Interkontinentalrakete, Gefahr, Raketen, Dongfeng-41 (DF-41), China, Russland