02:42 24 November 2017
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    Nato-Militärmanöver

    Nato als Instrument gegen Russland: „Schmarotzen auf US-Kosten“

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    Verhältnis Russland-Nato (2017) (50)
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    Anstatt gegen den internationalen Terrorismus effizient zu kämpfen, funktioniert die Nato nach wie vor als Instrument gegen Moskau. Darauf gehen ihre Aktivitäten in Europa zurück, wie der russische Militärexperte Viktor Litowkin betont.

    Litowkin schreibt in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“: „Donald Trumps Worte über die veraltete Nato und die Notwendigkeit, die Allianz zu reformieren, haben eine seriöse Begründung. Es geht nicht nur darum, dass lediglich fünf der insgesamt 28 Nato-Mitglieder die gebührenden zwei Prozent ihres jeweiligen Bruttoinlandsprodukts in den gemeinsamen Haushalt entrichten, während die anderen auf Kosten der US-Militärstärke und des US-Beitrags schmarotzen – dieser macht ja 75 Prozent des gesamten Nato-Geldbeutels aus. Das Nordatlantische Bündnis ist tatsächlich veraltet und bracht ernsthafte Reformen.“ 

    Die Nato sei einst als Instrument gegen die Sowjetunion zustande gekommen – nun sei sie ein Instrument gegen Russland: „Daraus resultieren all ihre Aktivitäten wie die Aufstockung der militärischen Infrastruktur vor der Grenze unseres Landes, das Säbelrasseln, die Verlegung schwerer gepanzerter US-Kampffahrzeuge näher an die russische Grenze, das Jammern über die ‚russische Militärbedrohung’, die massive Medien-Verdummung des europäischen Publikums, das für all diese Hysterien und Militärvorbereitungen aus eigener Tasche bezahlen muss.“

    „Dabei gibt es keine Militärbedrohung für die Nato-Länder durch Russland. Ab und zu ist auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg gezwungen, dieses Axiom einzuräumen (…) Dabei hat die Nato wirklich akute Bedrohungen, von denen auch Donald Trump spricht. Es geht um den internationalen islamischen Terrorismus. Doch ausgerechnet dagegen kann die Allianz nicht kämpfen. Denn für diesen Kampf hat sie weder Kräfte, Mittel und entsprechende Einrichtungen noch eigentlich Lust“, heißt es im Kommentar.

    Im Hinblick auf die einstigen Terroranschläge in Madrid, London, Paris und Brüssel fragt Litowkin: „Wie hat die Nato-Führung auf jene tragischen Ereignisse reagiert? Hat sie etwa im Sinne des Artikels 5 des Nordatlantikvertrags gehandelt, wonach ein Angriff gegen ein Nato-Land als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird? Nein. Sie sprach den Hinterbliebenen nur ihr Beileid und ihre Solidarität aus.“ 

    „Zum Artikel 5 griff die Nato ein einziges Mal, und zwar unter Druck der USA, nachdem die Terror-Attacke gegen das WTC in New York im September 2001 verübt worden war. Damals bildete Brüssel eine bewaffnete Koalition aus Verbündeten und Partnern und entsandte sie nach Afghanistan zum Kampf gegen den islamischen Terrorismus (…) Die eineinhalb Jahrzehnte lange Präsenz der Nato-Truppen in Afghanistan half allerdings nichts im Kampf gegen die radikale Terrorgefahr, darunter auch in Europa“, so der Kommentar weiter.

    Nachdem Europa von einer Flüchtlingswelle überschwemmt worden sei, nehme die Terrorgefahr für die EU und für die Nato nur zu, doch dieses Problem scheine das Nato-Kommando nicht zu kümmern, postuliert Litowkin.

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