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    Eine Lösung für Syrien? (2017) (230)
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    Die Tatsache, dass Russland, die Türkei und der Iran, die syrische Opposition und Regierungsvertreter an einem Tisch zusammengeführt und den Mechanismus des Waffenstillstandes in Syrien ausgearbeitet hatten, ist ein guter Schritt in Richtung Genf, wie der deutsche Analytiker Dr. Bernd Liedtke für Sputnik sagte.

    „Die Türkei, Russland und der Iran wollen den Waffenstillstand durch besondere Maßnahmen überwachen. Das finde ich gut und richtig. Man muss einen Kompromiss finden, damit endlich das Leid in Syrien aufhört. Von daher ist Handeln dringend geboten und dringend erforderlich.“

    Obwohl die Rebellen die Schlusserklärung nach zweitägigen Verhandlungen in der kasachischen Hauptstadt nicht unterschrieben haben, hat man sich darauf vereinbart, gemeinsam gegen den Terrorismus zu kämpfen.

    Das Treffen der syrischen Oppositionsgruppen mit dem Außenminister Russlands Sergej Lawrow auf seine Einladung hin am 27. Januar in Moskau ist laut dem Experten ein positives Signal.

    „Ich kann Lawrow nur eine gute Hand wünschen. Die Vertreter der Opposition spalten sich in 15 unterschiedliche Bereiche, und es wird schwer genug sein, sie zusammenzuführen. Es ist auch ein Versagen der internationalen Gemeinschaft, was in Syrien seit 2011 passiert ist. Und jetzt geht es darum, die zerbrochenen Scherben wieder zu einem Gefäß zusammenzufügen. Die Initiative von Russland ist sehr löslich, und obwohl man es im Westen nicht gerne hört (das weiß ich ganz genau), bleibe ich bei meiner Auffassung — ich sehe die Rolle Russlands positiv“.

    Die Bemühungen der Europäischen Union, in Syrien friedensstiftend mitzuwirken, sollten einen humanitären Charakter tragen, wie Liedtke sagte.

    „Was sollte die EU tun? Nach meiner Auffassung sollte sie keine weiteren eigenständigen Initiativen ergreifen, sondern es der UN überlassen. Sie sollte sich auf das Thema humanitäre Hilfe beziehen, aber nicht eigene Konferenzen einberufen — das schafft nur Verwirrung. Man sollte akzeptieren, dass alle Gespräche unter dem UN-Dach stattfinden sollten“, betonte Liedtke.

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    Deshalb schaue die Weltgemeinschaft mit großen Erwartungen auf die Ergebnisse in Genf. Die Schrittfolge für die Lösung haben die Vereinten Nationen schon beschrieben und jetzt geht es darum, konkret diese Schrittfolge umzusetzen.

    Russland, der Iran und die Türkei haben sich in Astana am 23. und 24.Januar 2017 auf die Bildung eines gemeinsamen Mechanismus zur Kontrolle der Waffenruhe in Syrien geeinigt. Die drei Staaten als Initiatoren des Treffens sind Garanten der seit Ende Dezember geltenden Waffenruhe zwischen der Regierungsarmee und der bewaffneten Opposition in Syrien. Der Mechanismus soll den Waffenstillstand festigen und Provokationen verhindern. Man wolle durch konkrete Maßnahmen und Einfluss auf die Konfliktparteien versuchen, die Feuerpause zu stärken, die Gewalt zu vermindern und einen ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe zu schaffen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 8. Februar in Genf angesetzt.

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    Tags:
    Sergej Lawrow, Syrien, Iran, Russland, Türkei, Astana