04:33 16 Juni 2019
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    Schockierende Zahlen: 1.500 Fälle von Menschenhandel in Syrien

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    Das syrische Innenministerium hat im Vorjahr 1.500 Fälle von Menschenhandel registriert. 65 Prozent der Gesamtzahl der Verkauften sind Frauen. Die meisten der illegalen Deals wurden von ausländischen kriminellen Netzwerken durchgeführt, wie der Assistent des Innenministers, Hassan Maaruf, gegenüber Sputnik sagte.

    „Syrien ist eines der Länder geworden, das Sklaven liefert. Früher hat man sie nur durch das Land transportiert (zum Beispiel aus dem Irak in die Golfstaaten – Anm. d. Red.)“, sagte Maaruf.

    Ihm zufolge wurden in vergangenen drei Jahren Tausende solcher Verbrechen registriert. In diesem Bereich sei die internationale Zusammenarbeit wichtig. Die Sonderabteilung für die Bekämpfung des Menschenhandels im syrischen Innenministerium habe schon längst versucht, ihre Arbeit mit Kollegen in der Türkei und in Jordanien zu koordinieren, was aber nichts gebracht habe.

    Die Opfer des Menschenhandels sind meistens Frauen und Kinder aus den Flüchtlingslagern in der Türkei, in Jordanien, Libanon und sogar Ägypten, geht aus Angaben des syrischen Innenministeriums hervor, welche die Zeitung "Watan" veröffentlichte. Vielen Flüchtlingen wird laut der Zeitung auch noch ganz offen angeboten, ihre Organe zu verkaufen.

    Der Vorsitzende des Kollegiums der Anwälte Syriens, Nizar al-Sakif, sagte gegenüber Sputnik, dass der Handel mit menschlichen Organen im Norden Syriens, vor allem in Aleppo, blühe.

    Ihm zufolge arbeiten in der Nähe der türkischen Grenze mafiose Strukturen, die den Organhandel betreiben. Jetzt sammelt die Anwaltsvereinigung Unterlagen für das Anrufen des Internationalen Gerichtshofes bezüglich des Menschenhandels in Syrien. 

    Früher wurde berichtet, dass Menschen- und Organhandel eine der IS-Finanzierungsquellen in Syrien und im Irak ist. Vor kurzem hatte die Sonderabteilung für die Bekämpfung des Menschenhandels eine kriminelle Gruppe in Damaskus aufgedeckt, die Mädchen einen Job versprochen, sie dann aber an Bordelle ins Ausland verkauft hatte.

    Nach dem syrischen Gesetz drohen für Menschenhandel ein langfristiger Freiheitsentzug sowie eine Geldstrafe.

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    Tags:
    Flüchtlingslager, Flüchtlingskrise, Organe, Menschenhandel, Kollegium der Anwälte Syriens, Terrormiliz Daesh, IS, Nizar al-Sakif, Hassan Maaruf, Aleppo, Damaskus, Ägypten, Libanon, Jordanien, Türkei, Irak, Syrien